Heilstein und Mineralien Forum

Das Heilsteine Forum. Themen: Heilsteinwirkung, Mineralogie, Erfahrungsberichte mit Heilsteinen, großes Heilstein A-Z Datenbank uvm.
Aktuelle Zeit: Mo 6. Feb 2012, 19:21

Alle Zeiten sind UTC [ Sommerzeit ]




Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 5 Beiträge ] 
Autor Nachricht
 Betreff des Beitrags: Heilsteine aus der Heimat
BeitragVerfasst: Mi 9. Jun 2010, 12:27 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Sa 30. Sep 2006, 18:42
Beiträge: 11489
Aus dem neuen Newsletter von Michael Gienger im Juni 2010 :

GLAUKOPHANSCHIEFER (GLAUKOPHAN-EKLOGIT)

Die Serie "Heilsteine aus der Heimat" soll mit dem ebenfalls aus
Oberitalien stammenden Glaukophanschiefer eröffnet werden, der
mitunter auch "Glaukophan-Eklogit" genannt wird. Dieses attraktive
dunkel-blaue bis blauschwarze Gestein mit rotbraunen, grünen und
weißen Einschlüssen war eines der ersten heimischen Gesteine, das
Ende der 1990er Jahre berechtigterweise die Bezeichnung "Edelgestein"
erhielt. Es wurde 1996 erstmals von Dr. Andreas Stucki verarbeitet
und von der Fa. Siber+Siber in den Handel gebracht. Inzwischen hat es
seinen festen Platz als Schmuckstein und Heilstein erobert.

Der im Handel verbreitete Glaukophanschiefer stammt aus dem unteren
Aostatal in Oberitalien. Ein ähnliches Gestein gibt es auch in
Spitzbergen, doch die besten Qualitäten finden sich in den Südalpen.
Hauptbestandteil ist der namensgebende graublaue Glaukophan (griech.
"glaukos" = "blau"), ein stets eisenhaltiges
Natrium-Magnesium-Aluminium-Kettensilikat der Amphibolgruppe, Formel:
Na2(Mg,Fe)3(Al,Fe)2[Si8O22(OH)2]. Farbgebend ist das enthaltene Eisen.

Glaukophan ist ein charakteristisches metamorphes Mineral, das hohen
Druck, aber (geologisch betrachtet) niedrige bis mäßige Temperaturen
anzeigt. Es bildet sich aus ozeanischem Basalt, wenn basaltreicher
Meeresgrund unter Kontinente geschoben wird (Subduktion) und dabei
Tiefen bis zu 50 km erreicht. Bei einem Druck von rund 15 bis 16 kbar
und Temperaturen von 300 bis 500° C erfolgt die Umwandlung des
magmatischen Basalts in den metamorphen Glaukophanschiefer.

Dieser Bildungsbereich wird in der Geologie "Eklogit-Fazies" genannt,
daher ist es geologisch betrachtet korrekter, von einem
Glaukophan-Eklogit zu sprechen. Da das Gestein jedoch ein
schieferiges Aussehen besitzt, ist als rein beschreibende Bezeichnung
auch der Name Glaukophanschiefer in Ordnung.

Neben dem graublauen Glaukophan beinhaltet das Gestein weitere
Mineralien wie rotbraunen Granat (Almandin-Pyrop), grünen Jadeit,
hell- bis grasgrünen Omphazit (chromhaltiger Mischkristall von Jadeit
und Diopsid) und gelblichen Epidot. Calcit, Quarz, Feldspat (Albit),
Talk (Steatit) und Klinozoisit bilden die meist weißen Bestandteile.
Diese bunte Mineralgesellschaft hebt sich kontrastreich vom dunklen
Glaukophan ab und verleiht dem Gestein sein einzigartiges und
attraktives Aussehen.

In der Steinheilkunde erregte Glaukophanschiefer Aufmerksamkeit, da
viele Menschen spontane Reaktionen auf diesen Stein zeigten, selbst
wenn sie sich zuvor nie mit der Heilkraft der Steine beschäftigt
hatten. Als ich den Glaukophanschiefer im Jahr 2000 auf der
Intergem-Messe in Idar-Oberstein kennenlernte, konnte ich selbst ein
entsprechendes Phänomen beobachten: Eine zufällig vorbeikommende
Besucherin sah die Steine, ergriff einen - und sofort begann sich an
ihrem Arm eine Gänsehaut zu bilden, die langsam vom Handgelenk
ausgehend den Arm "hinaufkroch". Verbunden damit spürte sie einen
deutlichen Energiefluß in ihrem Arm.

Meine Neugier war geweckt! Ich erwarb ein ganzes Lot Rohsteine, ließ
sie bearbeiten und stellte sie dem Steinheilkunde e.V. als Teststeine
zur Verfügung. Da die Mineralzusammensetzung des Gesteins schwankt,
wurden die Proben in vier einheitliche Kategorien sortiert und in
vier verschiedenen Gruppen an insgesamt 191 Probanden getestet. Die
Testpersonen trugen den Stein vier Wochen lang (in Einzelfällen wurde
früher abgebrochen), meist tagsüber, mitunter auch Tag und Nacht.
Anschließend wurden die Testergebnisse mit Fragebögen erfaßt und von
verschiedenen Personen bzw. Teams ausgewertet, wobei die
Auswerterinnen keine Kenntnis der Testergebnisse anderer Gruppen
hatten. Doch die Parallelen in den im Oktober 2002 veröffentlichten
Testergebnissen waren mehr als auffällig:

Zunächst bestätigte sich die schnelle und intensive Wirkung des
Steins: Reaktionen kamen rasch und oftmals heftig, in positiver wie
negativer Richtung! Entsprechend gab es völlig begeisterte Urteile
ebenso wie die Anregung, den Stein prinzipiell zu verbieten. Ob der
Stein nun positiv oder negativ erlebt wurde, hing häufig von der
Ausgangssituation ab: Für Menschen, die gerade ein eher ruhiges Leben
ohne Wunsch nach gravierenden Veränderungen führten, war der Stein
manchmal die Hölle. Umgekehrt kann ich mich an eine Testteilnehmerin
erinnern, die kurz zuvor nach Jahren der Abgeschiedenheit in einem
abgelegenen Haus in den italienischen Alpen zu ihrem neuen Partner
und dessen vier Kindern mitten in eine Stadt des Ruhrgebiets gezogen
war. Sie fand den Stein einfach prima...

Die Intensität der Wirkung, die tatsächlich heftig sein kann, die
Widersprüchlichkeit des Erlebens (von Begeisterung bis Depression)
und dessen Abhängigkeit von der Ausgangssituation, konnte ich in den
inzwischen vergangenen sieben, acht Jahren oft beobachten. Daher
möchte ich allen weiteren Ausführungen zu diesem Stein eine Warnung
voranstellen: Wenn Sie im Augenblick ein angenehmes, geruhsames Leben
führen, mit sich selbst und ihrer Umwelt zufrieden sind und keinen
Grund für Veränderungen sehen, dann lassen Sie bitte die Finger vom
Glaukophanschiefer! Denn möglicherweise steht sonst ganz plötzlich
vieles Kopf in Ihrem Leben und mit der Ruhe ist es vorbei. - Wenn Sie
sich aber unter Druck fühlen, wenn der Streß Sie auffrißt und Sie
nicht wissen, wie Sie all die Ansprüche geregelt bekommen sollen, die
Sie selbst oder andere an Sie richten, wenn im Augenblick alles eher
schwierig, mühselig oder gar unüberwindbar erscheint, dann könnte
Glaukophanschiefer für Sie möglicherweise ein nützlicher Stein sein.
Interessanterweise ist er nach einer gewissen Pause auch seit Herbst
2008 wieder zunehmend gefragt...

Denn was alle vier Tests des Steinheilkunde e.V. übereinstimmend
bestätigen: Glaukophanschiefer ist ein kraftvoller Stein, der die
Konfrontationsfähigkeit fördert! Daher kann er eine enorme Hilfe
sein, wenn es gilt, eine Krise zu überwinden, schwierige
Lebenssituationen zu meistern, große Veränderungen zu vollziehen oder
sich mit wichtigen Anliegen durchzusetzen. Der Stein hilft, sich mit
Unangenehmem auseinander zu setzen und fördert oft von innen heraus
den Wunsch, Unstimmigkeiten und Konflikte zu klären,
Unausgesprochenes mitzuteilen und zurückgehaltene Gefühle zu äußern.
Insbesondere auch Zorn und Wut, was zwar durchaus zu Streit führen
kann, die eigene Galle aber außerordentlich freut!

Mit der seelischen Entladung und Entlastung (die spürbar wird, wenn
die ersten heftigen Reaktionen überstanden sind) geht meist auch eine
körperliche Entspannung und Entgiftung einher. Allerdings werden auch
dabei zunächst die Ausgangszustände bewußter wahrgenommen: Schmerzen
und Verspannungen zeigen sich (häufig im Kopf- und Schulterbereich
sowie in den Gelenken), um dann allmählich gelöst zu werden. Ebenso
treten Entgiftungsreaktionen auf: Kopfschmerzen (insbesondere, wenn
zuwenig getrunken wurde), intensiv riechender und meist dunkler
gefärbter Urin, mitunter auch Durchfall oder Hautreaktionen (Schweiß,
verstärkte Akne etc.). Selbst die Menstruationsblutung, deren
entgiftende Wirkung nicht unterschätzt werden sollte, wird manchmal
stärker. Werden Symptome dieser Art zu unangenehm oder kritisch, ist
es ratsam, die Anwendungsdauer des Steins zu reduzieren, ihn also
z.B. nur wenige Stunden tagsüber zu tragen.

Doch selbst bei kurzen Anwendungszeiten wirkt Glaukophan oft geraume
Zeit nach. Am Nachmittag getragen kann er sich noch auf das
Traumerleben auswirken, das deutlich intensiver wird. Einerseits
nehmen die sog. "Entrümpelungsträume" zu, in denen wir noch
"unverdautes" Tagesgeschehen verarbeiten, andererseits kann im Traum
eine Lebendigkeit und Wahrnehmungskraft entstehen, die jener des
Wachbewußtseins in nichts nachsteht. Bis hin zu bewußten geistigen
Reisen während des Schlafs...

Insgesamt geht die Wirkung des Glaukophans mit einem starken Drang
nach Freiheit und Befreiung einher. Befreiung von allem, was einengt,
drückt, beschwert, klein und ohnmächtig macht oder am eigenen Leben
und Bestreben hindert. Offenbar spiegelt sich hier die metamorphe
Entstehung unter hohem Druck wieder. Die angestrebte Freiheit ist
jedoch keine Ungebundenheit (à la Opal) oder Losgelöstheit (à la
Moldavit), sondern die Freiheit der Selbstbestimmung, die Freiheit,
eine eigene Wahl treffen zu können, das Leben nach eigenen
Entscheidungen gestalten zu können. Verantwortung und Verpflichtungen
werden durchaus wahrgenommen und erfüllt - aber auf eigene,
selbstbestimmte Weise!

Glaukophanschiefer kann daher insbesondere für Menschen eine Hilfe
sein, die in großen Veränderungen stehen und sich bei deren
Bewältigung gehindert fühlen. Sei es durch äußere Umstände und
Widerstände oder durch die Anhaftung an innere Muster und Blockaden.
Glaukophanschiefer fördert in diesen Fällen die notwendige ("die Not
wendende") Kraft und Konfrontationsfähigkeit und hält das zu lösende
Thema hartnäckig präsent, bis es in Angriff genommen, bearbeitet und
erledigt wird. Daher wird er zwar zu Beginn der Anwendung oft als
heftig und unangenehm, nach vollbrachter Wirkung jedoch als sehr
befreiend erlebt. Wobei ich anmerken möchte, daß er uns die Arbeit
nicht abnimmt, denn die erzielte Wirkung ist letztendlich das
Resultat des eigenen Betrachtens und Tuns...

Zusammenfassend läßt sich das "Wirkungsbild" des Glaukophanschiefers
wie folgt charakterisieren:

GEISTIG ist Glaukophanschiefer ein Stein der Transformation und
Freiheit, der dazu beitragen kann, genau jene Wandlungen im Leben zu
vollziehen, die zu mehr Selbstbestimmung führen. Er verbessert die
geistige Präsenz und Wahrnehmung, insbesondere die Selbstwahrnehmung.
Dadurch werden bestehende Zustände bewußter und genauer erkannt, was
die Chancen zur Veränderung und Verbesserung erhöht sowie
Lebensbejahung und Kreativität stärkt. Glaukophanschiefer ist daher
insbesondere ein Stein für Phasen großer Veränderungen im Leben.

SEELISCH hilft Glaukophanschiefer, Unangenehmes konfrontieren zu
können, Gefühle zu äußern und zu leben (gelegentlich auch heftigen
Emotionen wie Wut und Zorn Ausdruck zu verleihen) sowie Konflikte aus
eigenem Antrieb zu lösen. Auch die unbewußte Verarbeitung von
Eindrücken und Erlebnissen im Traum wird angeregt und das
Traumerleben oftmals intensiver und lebendiger - was zunächst zu
einem erhöhten Schlafbedürfnis und tagsüber zum Wunsch nach Ruhe und
Rückzug führen kann, bevor der Schlaf nach einiger Zeit tiefer und
erholsamer wird. Insgesamt macht Glaukophanschiefer jedoch
resistenter gegen Streß und hilft, sich von Enge, Druck und
Belastungen zu befreien.

MENTAL fördert Glaukophanschiefer die Konzentrationsfähigkeit. Zwar
wird dies zu Beginn der Anwendung oft gegenteilig erlebt, da wir
plötzlich mit vielem konfrontiert sind, das zuvor ignoriert wurde,
doch nach und nach wird das Denken klarer und nachdrücklicher, Lern-
und Merkfähigkeit werden verbessert. Dadurch regt der Stein an,
Mißverständnisse zu klären, und macht mitunter auch selbstkritisch.
Oftmals hält er die Aufmerksamkeit so lange auf ein Problem, einen
Konflikt oder einen Widerspruch im eigenen Denken gerichtet, bis wir
dessen Lösung gemeistert haben.

KÖRPERLICH verbessert Glaukophanschiefer die Körperwahrnehmung und
stärkt die Sinne, insbesondere bei nachlassender Sehkraft oder
Schwerhörigkeit. Glaukophanschiefer macht Schmerzen und Verspannungen
bewußt und hilft, diese zu lösen. Er stärkt Verdauung und Kreislauf
und regt die Entgiftung an. Dadurch werden Menstruationsblutungen
zwar mitunter stärker, häufig jedoch auch schmerzfreier. Aus dem
Blickwinkel der TCM stärkt Glaukophanschiefer die Wandlungsphase
Wasser, wodurch er einerseits dazu beiträgt, verbrauchte
Energiereserven zu regenerieren und die Leistungsfähigkeit zu
stabilisieren, sowie andererseits bei Beschwerden der Nieren,
Harnblase, Geschlechtsorgane und des Hormonsystems helfen kann.

Insgesamt also ein intensiver, mitunter auch heftig und nachhaltig
wirkender Heilstein. Auch nach dem Absetzen halten seine Wirkungen
oft noch stunden- und tagelang an. Daher ist er vorsichtig
einzusetzen, besser regulierbare äußere Anwendungen (Auflegen, Tragen
etc.) sind zumindest zu Beginn gegenüber länger wirkenden wie
Edelsteinwasser etc. vorzuziehen. Im Zweifelsfall nur ein, zwei
Stunden tragen und dann die Wirkung abwarten. Bei Bluthochdruck oder
Herzbeschwerden sollte er nur unter Aufsicht von ÄrztInnen oder
HeilpraktikerInnen verwendet werden. Das Gegenmittel zum Beruhigen
allzu heftiger Reaktionen ist Rhodonit.

Auf jeden Fall ist Glaukophanschiefer ein sehr interessanter und
wirkungsvoller Heilstein aus der Heimat! Ein metamorpher Power-Stein
aus der alpinen Gebirgsbildung. Und ein Stein für SkeptikerInnen, die
von sich sagen, sie würden nie etwas spüren...

Diesen Artikel finden Sie samt Foto auch als kostenlosen PDF-Download
auf meiner Homepage: http://www.michael-gienger.de/downloads


Die Angaben in diesem Newsletter zur Wirkung und Anwendung von
Steinen sind zur allgemeinen Information gedacht und ersetzen bei
Beschwerden nicht den fachkundigen Rat! Bitte suchen Sie daher bei
Erkrankungen ÄrztInnen oder HeilpraktikerInnen Ihres Vertrauens auf.
Trotz sorgfältiger Auswertung vorliegender Berichte kann ich sonst
keine Garantie für die Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit der
Anwendungen übernehmen.

_________________
Liebe Grüße Sunny Bild

Wenn du nicht bekommst, was du willst,
dann denk daran, das es manchmal dein Glück sein kann.
(Dalai Lama)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Heilsteine aus der Heimat
BeitragVerfasst: Fr 22. Okt 2010, 12:07 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Sa 30. Sep 2006, 18:42
Beiträge: 11489
Aus dem Newsletter von Michael Gienger (Oktober 2010)

HEILSTEINE AUS DER HEIMAT: TESSIN UND GRAUBÜNDEN

Nach dem aus Oberitalien stammenden Glaukophanschiefer, der im
Newsletter Nr. 40 (Juni 2010) besprochen wurde, führt die Reihe
"Heilsteine aus der Heimat" nun weiter in die Schweizer Südalpen.
Dort verläuft von Graubünden über den Raum Bellinzona, den Nordzipfel
des Lago Maggiore und das Centovalli bis hinein nach Oberitalien die
sog. "Insubrische Linie", die geologische Grenze zwischen Europa und
Afrika. In der durch die Kontinentaldrift verursachten Kollision
dieser beiden Kontinente, die zuvor durch einen 1000 km breiten Ozean
(die Tethys) getrennt waren, kam es entlang der Insubrischen Linie zu
gewaltigen Gesteinsverschiebungen: Das Nordtessin wurde hier um etwa
25 km gegenüber dem Südtessin angehoben und um rund 60 km gegen Osten
versetzt. Dadurch kamen Gesteine aus unterschiedlicher Tiefe - bis
hinab in den Erdmantel - an die Oberfläche, die sonst z.T. nur selten
anzutreffen sind. Durch Faltungen und Überschiebungen wurden
Gesteinspakete sogar aus 70, 90 und vereinzelt bis zu 120 km Tiefe an
die Oberfläche verfrachtet. Dies beschert den Kantonen Tessin und
Graubünden entlang der Insubrischen Linie verschiedenste metamorphe
Gesteine, von denen manche inzwischen auch als Heilsteine bekannt
sind.

Metamorphe Gesteine und Mineralien sind "Steine der Wandlung". Die
"Metamorphose" stellt eine Gesteinsumwandlung unter Druck und Hitze
dar, bei der sich Struktur und/oder Mineralbestand eines Gesteines
tiefgreifend verändern. So entsteht in der Metamorphose z.B. aus
Granit oder Sandstein der gebänderte Gneis, aus Tongestein entsteht
Glimmerschiefer, aus Kalkstein Marmor, aus Basalt Amphibolit u.v.m.
Analog zu ihrem eigenen Entstehungsprozeß durch die Metamorphose
unterstützen solche Gesteine und ihre Mineralien tiefgreifende
Wandlungsprozesse im Leben. Sie sind dort hilfreich, wo etwas zu Ende
gebracht, d.h. vollendet, abgeschlossen und aufgelöst werden soll -
oder in Lebenssituationen, in denen etwas zu Ende gegangen ist: Der
Bruch einer Beziehung, eine Kündigung oder sogar der Verlust eines
geliebten Menschen - wo es also ums Loslassen, Abschied nehmen oder
auch die Verarbeitung von Trauer geht. Viele metamorphen Steine sind
daher bekannte "Krisensteine" (Diamant, Granat, Lapislazuli, Smaragd
etc.). - Kurz gefaßt könnten wir das metamorphe Thema als "Beenden
und Loslassen" zusammenfassen, wobei das "Beenden" auch die
Fähigkeit, etwas zum Abschluß zu bringen, den Mut zur Veränderung und
das tatkräftige Aufräumen beinhaltet. Das "Loslassen" wiederum
basiert wesentlich auf dem Annehmen des Unvermeidlichen (oder bereits
Geschehenen), dem genauen Betrachten und Verstehen dessen, was war
und ist, dem Beenden des (inneren) Festhaltens und dem daraus
entstehenden inneren Frieden bzw. der Bereitschaft, sich für Neues
(Unbekanntes) zu öffnen. Diese Vielschichtigkeit der "metamorphen
Transformation" führt bei den einzelnen Heilsteinen zu ganz
unterschiedlichen Wirkungen, denen der gemeinsame Nenner ("Steine der
Wandlung") jedoch stets anzumerken ist:


AMPHIBOLIT

Amphibolit ist ein schwarz-weiß gesprenkeltes Gestein, das in den
Südalpen aus metamorph umgewandelten Basalt ozeanischen Ursprungs
entstand. Bei vulkanischen Aktivitäten in der Erdepoche "Jura" (vor
205 bis 135 Mio. Jahren) bildete sich Basalt am Ozeanboden der
Tethys, jenes Meeres, das damals zwischen Europa und Afrika lag. Viel
später erst, in der Erdepoche "Tertiär" (vor 65 bis 2 Millionen
Jahren), als der Ozeanboden durch die Kollision der Kontinente
zusammengeschoben und ins Gebirge verfrachtet wurde, wurde dieser
Basalt metamorph überprägt. Der daraus entstandene Amphibolit der
Südalpen besteht fast ausschließlich aus schwarzer Hornblende und
weißem Feldspat (Plagioklas). Die Textur des Gesteines ist meist
feinkörnig ("Salz und Pfeffer Stein"), nur dort, wo es in der
Metamorphose zur Aufschmelzung des Gesteines kam, entstanden
grobkörnigere Pegmatite. Diese pegmatitischen Bildungen durchziehen
das feinkörnige Gestein in Adern von meist wenigen Zentimetern
Stärke. Mitunter zeigt Amphibolit auch deutliche Bänderungen und
Faltungen.

Die gleichmäßig schwarz-weiß gesprenkelte Textur des Gesteins
verleiht Amphibolit ein ruhiges, ausgewogenes Aussehen. Ruhe,
Ausgewogenheit und Ausgeglichenheit sind auch die heilkundlichen
Themen des Amphibolits, in dem sich die Aspekte der dunklen
Hornblende und des hellen Feldspats die Waage halten. Die monokline
Hornblende, ein Kettensilikat der Amphibolgruppe, stärkt, kräftigt
und hilft bekanntermaßen, innere Spannungen und Zerrissenheit,
wachsende Frustration und unangenehme Gefühle durch Beharrlichkeit
und Tatkraft zu überwinden, insbesondere wenn diese allmählich die
persönliche "Schmerzgrenze" erreichen. Hornblende ist kein Mineral
der Reflektion, sondern der "Problemlösung durch Tun", weshalb sie
hier die eher im Unterbewußtsein wirkende Komponente darstellt. Sie
wird im Amphibolit jedoch perfekt ergänzt durch den triklinen
Plagioklas-Feldspat, der Wachheit und Beobachtungsgabe fördert, das
bewußte Betrachten und Durchdringen von inneren Bildern, Erinnerungen
und Wahrnehmungen. Die natürliche Kombination beider Mineralien führt
so zu einer guten Korrespondenz, einem Miteinander von Wachbewußtsein
und Unterbewußtsein, von Verstand und Gefühl. Dadurch löst Amphibolit
innere Anspannung, Unzufriedenheit und Frustration und bringt die
Ruhe, die benötigt wird, um Erwartungen loszulassen (Frustration =
ent-täuschte Erwartung!), Situationen neutral zu betrachten und
nüchtern zu beurteilen. Ein idealer Stein also zum Nachdenken und
Auswerten bestehender Situationen, sehr lösend und befreiend!

Körperlich wirkt Amphibolit daher in jenen Bereichen, die durch
innere Spannungen besonders leiden: Er stabilisiert das vegetative
Nervensystem und hilft so bei seelisch bedingten
Verdauungsbeschwerden, er kräftigt die Nieren, wenn Probleme und
Widerstände lange an uns zehren und uns an die Substanz gehen - oder
wie es der Volksmund treffend formuliert: "Wenn uns etwas an die
Nieren geht!" Auch bei funktionellen Ohrenbeschwerden
(Schwerhörigkeit, Ohrgeräusche, Tinnitus) kann Amphibolit helfen
(nach der TCM sind Ohren und Nieren energetisch verbunden), ebenso
bei Beschwerden von Stimmbändern und Kehlkopf. Interessanterweise ist
Amphibolit dennoch kein "Rednerstein" - die innerlich gewonnene
Ausgeglichenheit scheint sich vielmehr "lautlos" als emotionale
Grundstimmung oder telepatische Botschaft in die Umgebung zu
verbreiten.

ZUSAMMENFASSUNG: Geistig fördert Amphibolit Ausgewogenheit und
Ausgeglichenheit; seelisch bringt er Ruhe und hilft, Unzufriedenheit
und Frustration zu überwinden; mental ermöglich er, Erwartungen
loszulassen, Situationen neutral zu betrachten und nüchtern zu
beurteilen; und körperlich ist Amphibolit gut für das vegetative
Nervensystem, die Verdauung sowie Nieren, Ohren, Stimmbänder und
Kehlkopf.


BRONZIT-PERIDOTIT (META-PERIDOTIT)

Bronzit-Peridotit ist ein metamorphes grün-graublaues Gestein aus
Bronzit (graublau) und wechselnden Anteilen von Olivin (Peridot),
Anthophyllit, Hornblende (Pargasit) und Chlorit (dunkelgrün).
Entstanden ist dieses Gestein in den Südalpen ebenfalls in der
Erdepoche "Tertiär" während der alpinen Gebirgsbildung aus hochgradig
metamorph überprägten Mantelgesteinen (Peridotiten). Durch
Stoffaustausch mit den umgebenden Gneissen (Metasomatose) reicherten
sich die Peridotite mit Silicium und/oder Aluminium an, was u.a. zur
teilweisen Umwandlung von Peridot (rhombisches Inselsilikat) in
Bronzit, einen rhombischen Orthopyroxen (Kettensilikat) führte.
Dessen Entstehung läßt sich dabei anschaulich darstellen:
(Mg,Fe)2SiO4 (Peridot) + SiO2 (Quarz) = (Mg,Fe)2Si2O6 (Bronzit). In
aluminiumreichen Zonen enthält der so gebildete Bronzit-Peridotit
gelegentlich auch blaßrosa Korund (Rubin) als winzige Kristalle von
wenigen Millimetern Größe.

Aufgrund des überwiegenden Anteils rhombischer Mineralien
(Anthophyllit, Bronzit, Peridot) neben wenigen monoklinen
Begleitmineralien (Hornblende, Chlorit) spricht Bronzit-Peridotit
insbesondere Menschen an, die sich fürsorglich um andere kümmern oder
engagiert für das Wohl ihrer Umgebung eintreten. Ein Problem, mit dem
"rhombische Menschen" in diesem Zusammenhang häufig zu kämpfen haben,
ist die Neigung, es jedem recht machen zu wollen, sich selbst dabei
aber zu vergessen. Das öffnet dem Ausgenütztwerden durch Andere
vielfach Tür und Tor. Genau hierbei kann die natürliche Kombination
von Bronzit und Peridot eine große Hilfe sein: Bronzit kombiniert
Tatkraft (Eisen) und innere Gelassenheit (Magnesium) mit
zielstrebiger Bewegung und Flexibilität (Kettensilikat), was ein
dynamisches, engagiertes Handeln mit erstaunlich langfristigem
Durchhaltevermögen ergibt, gerade wenn Pflichten vollen Einsatz von
uns fordern. Peridot wiederum kombiniert Tatkraft (Eisen) und innere
Gelassenheit (Magnesium) mit Widerstandskraft (Inselsilikat), was die
Unterscheidung eigener und fremder Ansprüche und Bedürfnisse fördert.
Peridot macht deutlich, wo das selbstverständliche Erfüllen der
Erwartungen Anderer uns vom eigenen Kurs abbringt, uns zusätzlichen
Aufwand beschert und zum Raubbau an den eigenen Kräften führt.

Dank der Kombination dieser beiden Mineralien, die den größten Anteil
des Gesteins darstellen, hilft Bronzit-Peridotit sich selber treu zu
bleiben und konsequent den eigenen Weg zu gehen. Dabei entsteht keine
rigorose Kompromißlosigkeit, wie sie z.B. beim hexagonalen Sugilith
auftreten kann, der ähnliche Themen repräsentiert. Vielmehr bleibt
die typisch rhombische Verbindlichkeit und Hilfsbereitschaft durchaus
erhalten, auch die Fähigkeit, Kompromisse einzugehen. Doch
übermäßiger Altruismus, der auf Dauer Kräfte zehrt, Mühsal und
Freudlosigkeit verursacht und zur Unzufriedenheit mit sich selbst und
der gesamten Umgebung führt, findet sein Ende! Bronzit-Peridotit
hilft, freundlich aber bestimmt "Nein!" zu sagen, besser auf sich
selbst zu achten, und dadurch kraftvoll und motiviert das
selbstgewählte Leben zu leben. Der Wandel dieser inneren Einstellung
bringt rasche Erholung, wenn ständiges Geben ohne Austausch zu
Erschöpfung führte. Er hilft, die eigenen Kräfte in schwierigen
Zeiten zu wahren, Streß und Druck zu bewältigen sowie Phasen der Ruhe
und Entspannung zu tiefgreifender Regeneration zu nutzen.

Entsprechend fördert Bronzit-Peridotit auch die körperliche Vitalität
und Erneuerung. In aktiven Phasen stärkt er Nerven, Sehnen, Muskeln
und Gelenke und bringt die notwendige Spannkraft. In ruhigen Phasen
fördert er Regeneration und Entgiftung, dabei insbesondere auch den
Harnstoffwechsel. Letzteres trägt zur Verbesserung bei Gicht und
rheumatischen Beschwerden bei. Dank des Eisengehalts stabilisiert
Bronzit-Peridotit den Kreislauf, dank des Magnesiumgehalts wirkt er
krampflösend und schmerzlindernd. Bronzit-Peridotit stärkt Leber und
Galle sowie das Immunsystem, insbesondere bei Immunschwäche durch
langanhaltende Überforderung und Verausgabung. Da Entgiftungsprozesse
eine gewisse Belastung mit sich bringen, ist es im "normalen Alltag"
besser, Bronzit-Peridotit während des Tages zu tragen und während des
Schlafs in der Nacht zu pausieren.

ZUSAMMENFASSUNG: Geistig fördert Bronzit-Peridotit Einsatz und
Standhaftigkeit; seelisch ermöglicht er, auch bei großem Engagement
die eigenen Kräfte zu wahren und bringt Erholung bei starker
Verausgabung; mental hilft er, auf sich selbst zu achten und den
Ansprüchen Anderer Grenzen zu setzen; körperlich stärkt
Bronzit-Peridotit Nerven, Sehnen, Muskeln, Gelenke, Leber, Galle und
Immunsystem, er fördert Entgiftung und Regeneration, hilft bei Rheuma
und Gicht und lindert Krämpfe und Schmerzen.


EKLOGIT (GRANAT-PYROXENIT)

Der Tessiner Eklogit (Granat-Pyroxenit) ist ein hochmetamorphes
Gestein aus umgewandeltem ozeanischem Basalt, welches in einer Tiefe
von ca. 80 bis 90 km bei etwa 30 kbar Druck und 850° C entstanden
ist. Dieser metamorphe Bildungsbereich wird in der Geologie auch
"Eklogit-Fazies" genannt. Von daher bezieht sich die geologische
Bezeichnung "Eklogit" in erster Linie auf diese
Entstehungsbedingungen, weshalb auch Gesteine wie der im Newsletter
Nr. 40 (Juni 2010) besprochene Glaukophanschiefer zu den Eklogiten
zählen. Die mineralogische Bezeichnung "Granat-Pyroxenit" definiert
dagegen die Hauptbestandteile des Gesteins und präzisiert so dessen
genaue Beschaffenheit. Die als Heilsteine verwendeten Eklogite bzw.
Granat-Pyroxenite bestehen überwiegend aus grünem Omphazit (einem
Klinopyroxen-Mischkristall aus Jadeit und Diopsid) mit ziegelrotem
bis braunem Granat (Almandin-Pyrop-Grossular). Fundorte in Grönland,
Skandinavien oder dem Fichtelgebirge bringen dabei Gesteine hervor,
in denen bis zu zentimetergroße rundliche Granatkristalle in grüner
Pyroxen-Matrix eingelagert sind. Im eher lauchgrünen Eklogit aus dem
Tessin findet sich der braune Granat dagegen als fein verteilte,
millimetergroße Einlagerungen, die sich mitunter zu unregelmäßigen
Ansammlungen verdichten oder ansatzweise in Lagen auftreten.

Derart hochmetamorphe Gesteine und Mineralien sind meist hilfreiche
"Krisensteine", da sie den Überlebenswillen stärken und ein mitunter
ungeahntes Durchhaltevermögen zum Vorschein bringen. Doch während es
bei vielen Gesteinen dieser Art ums "Zähne zusammenbeißen" und
"Aushalten" bzw. "Ertragen" geht, ist der Tessiner Eklogit ein
vergleichsweise angenehmer Stein. Das ist dem monoklinen
Omphazit-Anteil zu verdanken, der die Eigenschaften von Jadeit
(Ausgleich und spielerische Selbstverwirklichung) und Diopsid
(Verzeihen und Loslassen von Schmerzen und Verletzungen) in sich
vereint. Daraus ergibt sich eine fließende Entwicklung, deren
Charakter sich am besten mit dem Wasser selbst vergleichen läßt:
Wasser hält sich nirgends fest; scheut sich nicht, in Abgründe zu
stürzen; umgeht Widerstände mühelos oder durchdringt sie
unaufhaltsam; fügt sich in jede Form, ohne seine Eigenart zu
verlieren; findet sogleich sein Gleichgewicht, sobald es zur Ruhe
kommt; erreicht im Fluß immer sein Ziel und findet im großen
Kreislauf stets zur Quelle zurück. Ein solches "Im-Fluß-sein", diese
Hingabe an das Lebensspiel im selbstverständlichen Vertrauen auf die
Richtigkeit dessen, was geschieht, wird durch Omphazit gefördert und
unterstützt. Das bedeutet allerdings nicht, daß der Stein ein solches
Erleben "einfach so" herbeizaubert, aber wo wir selbst eine solche
Haltung zum Leben anstreben und zu verwirklichen suchen, werden wir
von Omphazit unterstützt.

Im Grunde gilt das auch für den omphazithaltigen Eklogit, der jedoch
darüber hinaus noch mit kräftigendem, willensstärkendem und dem zur
Eigendynamik motivierenden kubischen Granat "garniert" ist. Das
bringt den Impuls, nicht nur im Fluß des Lebens mitzuschwimmen,
sondern das eigene Schicksal wie ein Boot in diesem Fluß zu steuern
und zu den eigenen Zielen zu lenken. Oder anders ausgedrückt: Eklogit
hilft dadurch, den "Fluß des Lebens" als "Rückenwind" zu nutzen und
sich vom Leben tragen zu lassen, statt mit Mühsal und Plage um die
eigenen Ziele zu kämpfen. Konkret bedeutet dies, daß Eklogit hilft,
die selbsterfüllenden Prophezeiungen durch fixe Ideen von Unglück,
Gefahr und Mißerfolg zu durchbrechen und uns stattdessen am "Prinzip
Hoffnung" zu orientieren. Dadurch verbessert sich unser Gespür für
den richtigen Zeitpunkt zielgerichteten Handelns oder das Ergreifen
unerwarteter Gelegenheiten. Das wiederum ist die "Navigation", mit
der wir unser "Lebensboot" im großen Fluß steuern können. Doch auch
hier gilt: Der Stein zaubert diese Fähigkeit nicht einfach herbei,
aber er kann uns unterstützen, wenn wir unser Leben auf diese Weise
zu gestalten versuchen.

Interessanterweise ergibt sich ein kleiner, aber feiner Unterschied
dadurch, ob die beinhalteten Granate als eher zentimetergroße
Kristallindividuen auftreten oder millimetergroß fein verteilt sind.
Eklogite mit größeren Granatkristallen, wie z.B. aus Grönland,
Skandinavien oder dem Fichtelgebirge, betonen in ihrer Wirkung eher
das selbständige Steuern des eigenen Lebens im großen Fluß, während
der Tessiner Eklogit mit den fein verteilten Granateinschlüssen eher
die vertrauensvolle Hingabe an den Fluß des Lebens unterstützt.
Beides hat selbstverständlich in bestimmten Lebenssituationen seine
Berechtigung, weshalb wir je nach Wunsch und Absicht die eine oder
andere Varietät wählen können.

Auf die oben beschriebene Weise kann uns Eklogit unterstützen, die
individuelle Gestaltung unseres Lebens wieder in Einklang zu bringen
mit dem "großen Lebensfluß", mit den Kräften der Natur, den Rhythmen
und Zyklen des Lebens, mit den Gesetzmäßigkeiten unseres irdischen
Daseins. Aus der dadurch entstehenden Harmonie (die sich nicht immer
"harmonisch anfühlen" muß, sondern eine gewisse "Stimmigkeit"
beinhaltet) kann eine enorme Selbstheilkraft entstehen. Eklogit wird
daher oft treffend als "Stein der Gesundung" bezeichnet, der nicht
nur Symptome beseitigt, sondern die zugrunde liegenden
Unstimmigkeiten beseitigt. Auf diese Weise bringt er Hoffnung in
schwierigen Lebensphasen und verstärkt den Heilungswillen. Gerade
deshalb findet er bei schweren und langwierigen Erkrankungen
Anwendung, wo er unspezifisch die Regenerationskräfte stärkt und der
Heilung zum Durchbruch verhelfen kann. Spezielle Einsatzgebiete des
Tessiner Eklogits sind darüber hinaus chronische Schwächezustände,
Beschwerden und funktionelle Störungen der Nieren und Nebennieren,
sowie generell Folgebeschwerden von Streß und lang anhaltender
innerer Anspannung.

ZUSAMMENFASSUNG: Eklogit fördert die geistige Gesundung und den
Heilungswillen; bringt seelisch Hoffnung in schwierigen Lebensphasen
und hilft, sich dem "Fluß des Lebens" anzuvertrauen; er löst fixe
Ideen von Unglück, Gefahr und Mißerfolg auf und ermöglicht so, den
richtigen Moment für zielgerichtetes Handeln oder das Ergreifen
unerwarteter Gelegenheiten zu erfassen. Eklogit fördert körperlich
die Regeneration und Selbstheilkraft, gerade auch bei schweren und
langwierigen Erkrankungen sowie insbesondere bei Streßfolgen,
chronischer Schwäche und Beschwerden von Nieren und Nebennieren.


GRANAT-AMPHIBOLIT

Granat-Amphibolit ist ein feinkörniger grauer Amphibolit (s.o.) mit
eisenhaltigem ziegelrotem bis braunem Granat (meist Almandin). Der
Amphibolit zeigt hier oftmals eine feine gneisähnliche Bänderung und
geht auch in Gneis über, welcher am Auftreten von dunklem Glimmer
(Biotit) erkennbar ist. Der enthaltene Granat tritt in eingelagerten
rundlichen Kristallen bis zu rund einem Zentimeter Größe auf.

Obwohl der Granat-Anteil im Amphibolit relativ gering ist, verändert
die Anwesenheit des Granats die Wirkungen des Amphibolits deutlich.
Die kräftigenden und willensstärkenden Impulse des Granats bringen
Dynamik und Tatkraft in das nachdenkliche Betrachten des Amphibolits.
Dadurch wird Granat-Amphibolit ein Stein für besonnenes Beenden und
Aufräumen und sehr wertvoll zum Aufarbeiten und Abschließen
unerledigter Dinge. Gerade das Unerledigte macht uns oft unzufrieden
und raubt uns Kraft und Lebensfreude - selbst wenn wir uns dieser
Zusammenhänge gar nicht bewußt sind. Granat-Amphibolit hilft daher,
sich der Ursache für Mißstimmungen und beeinträchtigende Umstände
bewußt zu werden und deren Beseitigung oder Wandlung sofort in
Angriff zu nehmen. Dabei spielen Hornblende ("Problemlösung durch
Tun"), Plagioklas-Feldspat ("Wachheit und Beobachtungsgabe") und
Granat ("Dynamik und Willenskraft") wunderbar zusammen. Ihre
Kombination fördert nüchtern-pragmatisches, von Emotionen wenig
beeinflußbares Denken und führt zu umsichtigem, unaufdringlichem,
aber unbeirrbarem Handeln, das selbst aus verstrickten Situationen
hinaus führt und ein langes Durchhaltevermögen mit sich bringt.

Auch in der körperlichen Wirkung macht sich der Granat bemerkbar:
Granat-Amphibolit stabilisiert den Kreislauf und hilft bei niedrigem
Blutdruck, wobei diese Wirkungen eher langsam einsetzen, bei längerer
Anwendung jedoch sehr beständig werden. Er verbessert die Wahrnehmung
aller Sinne, regt Nerven und Gehirn an und stärkt das
Erinnerungsvermögen. Granat-Amphibolit hilft bei nervösen (durch
Streß oder psychisch bedingten) Herzbeschwerden, Beklemmungen im
Brustbereich sowie Störungen von Nieren, Stoffwechsel und Verdauung.

ZUSAMMENFASSUNG: Granat-Amphibolit motiviert geistig zum Beenden und
Aufräumen; hilft seelisch, die Ursachen für Mißstimmungen zu erkennen
und zu wandeln; fördert mental nüchtern-pragatisches Denken und
umsichtiges, unbeirrbares Handeln; und verbessert körperlich die
Sinneswahrnehmung. Er regt Nerven und Gehirn an, hilft bei nervösen
Herzbeschwerden, Beklemmungen in der Brust, Kreislaufschwäche sowie
bei Störungen von Nieren, Stoffwechsel und Verdauung.



WICHTIGER HINWEIS

Die Angaben in diesem Newsletter zur Wirkung und Anwendung von
Steinen sind zur allgemeinen Information gedacht und ersetzen bei
Beschwerden nicht den fachkundigen Rat! Bitte suchen Sie daher bei
Erkrankungen ÄrztInnen oder HeilpraktikerInnen Ihres Vertrauens auf.
Trotz sorgfältiger Auswertung vorliegender Berichte kann ich sonst
keine Garantie für die Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit der
Anwendungen übernehmen.

_________________
Liebe Grüße Sunny Bild

Wenn du nicht bekommst, was du willst,
dann denk daran, das es manchmal dein Glück sein kann.
(Dalai Lama)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Heilsteine aus der Heimat
BeitragVerfasst: Mo 25. Okt 2010, 16:34 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Sa 30. Sep 2006, 18:42
Beiträge: 11489
Beispiel eines EKLOGIT (GRANAT-PYROXENIT)

Bild

_________________
Liebe Grüße Sunny Bild

Wenn du nicht bekommst, was du willst,
dann denk daran, das es manchmal dein Glück sein kann.
(Dalai Lama)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Heilsteine aus der Heimat
BeitragVerfasst: Mi 9. Feb 2011, 16:00 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Sa 30. Sep 2006, 18:42
Beiträge: 11489
Aus dem Newsletter von Michael Gienger ( Februar 2011 )

HEILSTEINE AUS DER HEIMAT: TESSIN UND GRAUBÜNDEN (2)

Da sich die Erde an mehreren Stellen (meist inmitten der Ozeane)
öffnet und die Kontinente auseinander drängt, läßt es sich bei einem
runden Planeten nicht vermeiden, daß es anderswo zu Kollisionen
kommt. Der sich öffnende Südatlantik war daher auch schuld daran, daß
es zwischen Afrika und Europa zur Kollision kam - und deren Resultat
versperrt uns heute die freie Sicht auf Italien und ist daher der
eigentliche Grund für die regelmäßigen Staus vor Tunneln und Pässen:
Aus dieser Kollision von Afrika und Europa sind die Alpen entstanden!

Im Druck, der Reibung und der Hitze dieser "kontinentalen Begegnung"
sind jedoch sehr interessante Gesteine mit faszinierenden
Heilwirkungen entstanden. Daher habe ich die Reihe "Heilsteine aus
der Heimat" im Juni 2010 (Newsletter Nr. 40) mit dem
Glaukophanschiefer aus dem Aosta-Tal begonnen, der in
Steinheilkunde-Kreisen längst legendär ist, und im Oktober 2010
(Newsletter Nr. 42) mit Amphibolit, Bronzit-Peridotit und
Granat-Amphibolit aus Graubünden sowie Eklogit (Granat-Pyroxenit) aus
dem Tessin fortgesetzt. Diese Newsletter können Sie übrigens auf
meiner Homepage nachträglich noch herunterladen:
http://www.michael-gienger.de/news

In dieser Folge erfahren Sie mehr über Granat-Peridotit, Marmor und
Staurolith-Granatschiefer aus dem Tessin sowie den wenig bekannten,
aber sehr interessanten Metagabbro aus Graubünden. Auch diese
Gesteine aus den Schweizer Südalpen stammen aus dem Umfeld der
"Insubrische Linie", der geologischen Grenze zwischen Europa und
Afrika. In der Kollision dieser beiden Kontinente wurde ein 1000 km
breiter Ozean (die Tethys) gewissermaßen "verschlungen" und die
Ozeanböden ins Hochgebirge verfrachtet. Drei der vier besprochenen
Gesteine stammen daher ursprünglich aus dem Meer. Das vierte wurde
bei den gewaltigen Gesteinsverschiebungen (das Nordtessin wurde an
der "Insubrischen Linie" um etwa 25 km gegenüber dem Südtessin
angehoben und um rund 60 km gegen Osten versetzt) dem Erdmantel
entrissen und stammt ursprünglich aus 120 km Tiefe. Gesteine dieser
Art sind extrem selten und finden sich nur an wenigen Orten der Erde.
Doch nun genug der Vorrede, lesen Sie selbst:


GRANAT-PERIDOTIT (PYROP-OLIVIN-FELS)

Dieses dunkelgrüne, manchmal fast dunkelgrau erscheinende Gestein von
der Alpe Arami im Tessin mit seinen leuchtend roten Granat-Kristallen
ist ein "Meta-Peridotit" (ein metamorph überprägter Peridotit) aus
dem europäischen Erdmantel. Das in 120 km Tiefe bei fast 1000° C und
über 45 kbar Druck entstandene Gestein entstammt der frühalpinen
Metamorphose. Es enthält chromreiche Mineralien, insbesondere
schwarzgrünen Olivin, braunen Bronzit sowie mitunter intensivgrünen
Chromdiopsid und chromreichen roten bis rotvioletten Granat (Pyrop).
Dieser ist oft von einem dunklen Spinell-Mäntelchen umgeben, das sich
aus der Umwandlung von Granat bildet, wenn der Druck nachläßt, aber
nach wie vor eine hohe Temperatur vorliegt. Mitunter sind die
Granat-Kristalle auch "durchgehend" umgewandelt und es finden sich an
ihrer Stelle dunkle Spinelle. Auch die anderen genannten Mineralien
können sich umwandeln, wenn Druck und Hitze nachlassen. Dadurch
finden sich stellenweise Serpentin und Chlorit, die auf Kosten der
o.g. Mineralien gebildet wurden. Ein sehr interessantes und seltenes
Gestein also, denn Gesteine aus dieser Tiefe finden sich, wie gesagt,
nur an wenigen Orten der Erde.

Da die Hauptmasse des Gesteins aus rhombischen Mineralien besteht
(Olivin, Bronzit), neben wenigen monoklinen Begleitmineralien
(Chromdiopsid, Serpentin, Chlorit), spricht es ähnlich wie der in
Newsletter Nr. 42 besprochene Bronzit-Peridotit insbesondere Menschen
an, die sich fürsorglich um andere kümmern oder engagiert für das
Wohl ihrer Umgebung eintreten - und dabei häufig die Neigung haben,
es jedem recht machen zu wollen und sich selbst zu vergessen. Ähnlich
wie beim Bronzit-Peridotit sorgt auch im Granat-Peridotit der
Olivin-Anteil für eine ausgewogene Kombination von Tatkraft (Eisen),
innerer Gelassenheit (Magnesium) und Widerstandskraft (Inselsilikat),
was die Unterscheidung eigener und fremder Ansprüche und Bedürfnisse
fördert. Olivin macht deutlich, wo das selbstverständliche Erfüllen
der Erwartungen Anderer uns vom eigenen Kurs abbringt, uns
zusätzlichen Aufwand beschert und zum Raubbau an den eigenen Kräften
führt. Doch während der "hingebungsvolle" Bronzit den zweiten
Schwerpunkt im "kompromißbereiteren" Bronzit-Peridotit setzt, ist es
hier der kubische Granat, der deutlich dominiert: Auch Granat ist ein
Inselsilikat, das die Widerstandskraft stärkt, zudem liegt hier ein
Pyrop vor, dessen Aluminiumgehalt die eigene Identität stärkt und dem
das farbgebende Chrom einen feurigen Charakter verleiht.

Granat-Peridotit kann daher selbst in Situationen mit großem äußerem
Anpassungsdruck helfen, sich zu widersetzen und der eigenen inneren
Überzeugung treu zu bleiben. Das Gestein kann durchaus widerspenstig
machen (und zeigt diese Widerspenstigkeit interessanterweise auch
selbst, sowohl beim Abbau, als auch beim Verarbeiten und Schleifen).
Je größer der Granat-Gehalt, desto stärker ist das Aufbegehren gegen
alles, was als ungerecht und unterdrückerisch erachtet wird. Und
desto deutlicher wird dieser Widerstand auch zum Ausdruck gebracht.
Sind die Granatkristalle von Spinell ummantelt, ist der Ausdruck nach
außen tatsächlich weniger intensiv; ist der Granat komplett durch
Spinell ersetzt, wird auch das innere Aufbegehren milder. Doch auch
dann bleibt ein ganz deutliches inneres Empfinden dafür, was richtig
oder falsch ist und ein konsequentes Eintreten für die eigenen Rechte
- oder die Rechte anderer! Zudem stärkt die Kombination von Olivin
und Granat/Spinell Zähigkeit und Ausdauer selbst in widrigsten
Umständen (kein Wunder, wenn man/frau bedenkt, woher dieses Gestein
stammt!). Da es eine große Spannung mit sich bringt, ist es trotz
optischer Faszination oft gewöhnungsbedürftig und nichts für
Ruhephasen. Ein guter Verbündeter in Auseinandersetzungen, doch kein
geeigneter Gefährte zur Entspannung und Erholung.

Granat-Peridotit fördert alles, was zur körperlichen Vitalität
beiträgt. Er regt den Kreislauf an, stärkt Nerven, Sehnen, Muskeln
und Gelenke, stimuliert das Immunsystem und bringt eine andauernde
Spannkraft. Auch Leber und Galle werden deutlich angeregt, was die
Entgiftung fördert. Jedoch empfiehlt es sich nicht, Granat-Peridotit
in der Nacht zu tragen, die innere Spannung des Gesteins ist dem
Schlaf abträglich, und die Entgiftung kann dann zu massiv werden,
d.h. es treten möglicherweise Kopfschmerzen, schwere Glieder und
heftige Träume auf. Am Tag dagegen ist Granat-Peridotit ein guter
Helfer, das eigene Tagwerk zu meistern und "Tagestiefs" problemlos zu
überwinden.

ZUSAMMENFASSUNG: Geistig fördert Granat-Peridotit Standhaftigkeit und
Widerspenstigkeit; seelisch ermöglicht er, sich selbst bei großem
Anpassungsdruck treu zu bleiben; mental hilft er, deutlich
wahrzunehmen, was in einer bestimmten Situation richtig oder falsch
ist und dafür einzutreten; körperlich bringt er eine spürbare
Spannkraft und regt Nerven, Sehnen, Muskeln und Gelenke sowie Leber,
Galle, Kreislauf und Immunsystem an.


MARMOR (CALCITMARMOR)

Der Peccia-Marmor aus einem Seitental des Valle Maggia im Tessin ist
der einzige "echte" und "reine" Marmor, der in der Schweiz in großem
Stil abgebaut wird. Er kann sich in der Reinheit und Qualität
durchaus mit dem italienischen Carrara-Marmor messen. Ähnlich wie
dort handelt es sich um einen Calcitmarmor (metamorphen Kalkstein),
meist schneeweiß, gelblich oder hellgrau, homogen einfarbig oder mit
grauen bis grünlichen Marmorierungen und Bänderungen. Ein
monomineralisches Gestein aus Calcit (Calciumcarbonat), gelegentlich
mit eingelagertem grauem oder bräunlichem Glimmer (Phlogopit).
Mesozoische, d.h. aus dem Erdmittelalter (Trias, Jura, Kreide)
stammende Kalk-Sedimente (ursprüngliche Kalkriffe des Tethys-Meeres)
wurden während der alpinen Gebirgsbildung in ca. 30 km Tiefe bei ca.
600°C und 8 kbar Druck metamorph überprägt (woher man/frau das weiß?
- siehe den folgenden Artikel zum Staurolith-Granatschiefer). Dabei
entstand aus dem feinkörnigen opaken Kalk das grobkörnigere Gefüge
des schwach transparenten Marmors.

Marmor ist ein seit langem bekannter und gut erforschter Heilstein.
Auch die Wirkungen des Peccia-Marmors aus dem Tessin unterscheiden
sich nicht von anderem Calcitmarmor (in den Forschungen hat meist
Carrara-Marmor Pate gestanden). Da Calcitmarmor (sofern frei von
Einlagerungen) ausschließlich aus dem Mineral Calcit, einem
Calciumcarbonat, besteht, zeigt er ähnlich wie andere
Calcitmineralien aufbauende, stärkende Wirkungen. Die metamorphe
Entstehung bringt jedoch deutliche Unterschiede zum im Handel
"üblichen" Calcit mit sich, der meist sedimentärer (sekundärer)
Entstehung ist.

Metamorphe Steine sind üblicherweise in jenen Lebensphasen eine
Hilfe, in denen etwas zu Ende geht. Sei es, daß wir selbst etwas
aktiv beenden wollen - oder daß ein Ende eingetreten ist, gewollt
oder ungewollt, das wir nun akzeptieren müssen, da wir es nicht mehr
ändern können: Eine Trennung, eine Kündigung, vielleicht sogar der
Verlust eines geliebten Menschen. Dann bleibt uns nichts anderes
übrig, als "loszulassen".

Die Folge eines solchen Verlustes ist Trauer. Und es ist wichtig, daß
wir uns zugestehen, trauern zu dürfen. Denn in der Trauer kann die
Auseinandersetzung mit dem Ereignis und dadurch auch das Loslassen
geschehen. Wenn wir uns die Trauer verbieten, versuchen, sie zu
ignorieren, zu vergessen und zu verdrängen, dann gibt es keine
Lösung, die offene Wunde bleibt. Wenn wir aber in die Trauer
hineingehen, haben wir die Chance, zu erkennen, was wir verloren
glauben: Zuneigung, Kontakt, Kommunikation oder Verständnis. Wir
haben die Chance, genau zu sehen, was uns nicht losläßt: Welches
Interesse, welches Sehnen, welches zwanghafte Verlangen, welches
Hindernis, welcher Mangel oder welche Zurückweisung. Und je genauer
wir es sehen, je besser wir es verstehen, desto leichter können wir
es akzeptieren und schließlich loslassen. Tun können wir dabei nur
eines: Hinschauen! Denn Abwenden und Wegschauen bringt keine Erlösung.

Metamorphe Heilsteine nehmen uns den Weg durch die Trauer nicht ab,
doch sie machen ihn mitunter leichter. Sie fördern die innere
Auseinandersetzung und das Verständnis, und sie bringen Hoffnung,
immerhin sind sie selbst aus großen Widrigkeiten entstanden.
Loslassen läßt sich nicht "machen". Es geschieht, wenn wir uns mit
der Situation auseinandersetzen. Daher ist Loslassen auch eine Frage
des Vertrauens. Und das kann durch Heilsteine gefördert werden.
Marmor ist ein solcher "Stein des Loslassens". Der in ihm enthaltene
Calcit bringt die Kraft und Stärke, sich mit der Trauer
auseinanderzusetzen und hindurchzugehen.

ZUSAMMENFASSUNG: Marmor unterstützt auf geistiger Ebene, unglückliche
Lebensumstände zu wandeln. Seelisch hilft er, sich von Trauer,
Unzufriedenheit und anderen unglücklichen Gefühlen zu lösen. Mental
bringt Marmor Einsichten, wie sich scheinbar unabänderliche Dinge
verändern lassen, und hilft dadurch, neue Perspektiven und kreative
Problemlösungen zu finden. Wie andere Calcit-Mineralien auch, fördert
er körperlich den Calcium-Stoffwechsel und hilft dadurch bei
Gelenkbeschwerden, Knochenbrüchen und Osteoporose. Er harmonisiert
das Immunsystem, lindert Allergien (die ja im Grunde auch eine Abwehr
von etwas sind, mit dem sich der Körper nicht auseinandersetzen
will), stärkt Nieren und Milz und fördert die Entwicklung von Kindern.


METAGABBRO

Metagabbro ist ein - wie der Name sagt - metamorph umgewandelter
Gabbro, ein schlierig schwarz-weiß gestreiftes Gestein aus schwarzer
Hornblende und weißem Feldspat (Plagioklas). In den Südalpen ist er
aus metamorph umgewandeltem Ozeanboden entstanden, aus etwa 150
Millionen Jahre alten Gabbros. Am mittelozeanischen Rücken der
Tethys, einem im Erdmittelalter (Mesozoikum) zwischen Afrika und
Europa gelegenen Ozean, entstanden basische Magmatite in großen
kissenähnlichen Formationen (sog. "Pillow-Lava"). Dabei bildete sich
in den großen Formationen kein feinkörniger Basalt, sondern der
chemisch identische, aber wesentlich grobkörnigere Gabbro, der später
in der alpinen Gebirgsbildung metamorph überprägt wurde. Im
Unterschied zu den ehemaligen Basalten, aus denen in der Metamorphose
schwarz-weiß gesprenkelter Amphibolit entstand (siehe Newsletter Nr.
42 vom Oktober 2010), weist Metagabbro keine gesprenkelte Textur
sondern ein schlieriges Gefüge auf, das auch "Flasergefüge" genannt
wird.

Da die Ausgangsgesteine (Basalt und Gabbro) chemisch nahezu identisch
waren, ist auch der Mineralbestand der daraus hervorgegangenen
Metamorphite Amphibolit und Metagabbro identisch: Hornblende und
Plagioklas-Feldspat. Der einzige Unterschied besteht im Gefüge der
Gesteine und im Mengenverhältnis der Mineralien - und
interessanterweise ergibt sich daraus tatsächlich ein wahrnehmbarer
Wirkungsunterschied. Doch zunächst zu den Gemeinsamkeiten der beiden
Gesteine:

Die in beiden Gesteinen enthaltene monokline Hornblende (der dunkle
Anteil) ist ein Kettensilikat der Amphibolgruppe, das stärkt,
kräftigt und hilft, innere Spannungen und Zerrissenheit, wachsende
Frustration und unangenehme Gefühle durch Beharrlichkeit und Tatkraft
zu überwinden. Hornblende fördert die "Problemlösung durch Tun" und
stellt in der Kombination mit Feldspat die eher im Unterbewußtsein
wirkende Komponente dar. Im Gegensatz dazu fördert der trikline
Plagioklas-Feldspat (der helle Anteil) Wachheit und Beobachtungsgabe,
das bewußte Betrachten und Durchdringen von inneren Bildern,
Erinnerungen und Wahrnehmungen. Er ist die eher durch das
Wachbewußtsein wirkende Komponente.

Im Amphibolit führt die "gute Durchmischung" und mengenmäßige
Ausgewogenheit zu einer guten Korrespondenz der beiden Faktoren,
einem Miteinander von Wachbewußtsein und Unterbewußtsein, von
Verstand und Gefühl. Im Metagabbro sind die beiden Komponenten durch
das Flasergefüge deutlicher voneinander abgesetzt, zudem dominiert
der dunkle Anteil der Hornblende. Dadurch wirkt Metagabbro deutlich
instinktiver aus dem Unterbewußtsein heraus, dem der wachbewußte
Anteil eher als Beobachter beigestellt ist. Während Amphibolit sehr
gut zum Nachdenken und Auswerten bestehender Situationen geeignet
ist, bringt Metagabbro kaum Lösung durch Überlegen, sondern vor allem
durch das Anpacken und die Tat - und erst im Laufe des Tuns wird dann
die Lösung offenbar.

Metagabbro ist daher ein Stein, der in unüberschaubaren Situationen,
bei starker innerer Anspannung oder bei "unklarer Gefühlslage" dazu
motiviert, sich aktiv mit der Situation auseinanderzusetzen und
Veränderungen in Gang zu bringen. Dabei sind die Konsequenzen zu
Beginn meist nicht berechenbar, doch ein aufkommendes deutliches
Gefühl zeigt, wo es lang geht. Metagabbro hilft, diesem Gefühl zu
vertrauen, Zweifel beiseite zu stellen, jedoch nicht blind zu
agieren, sondern genau zu beobachten, was vor sich geht und wohin der
Weg führt. Durch dieses Beobachten wird der Sinn des Ganzen an einem
bestimmten Punkt des Weges plötzlich klar, noch bevor das Ziel
erreicht ist. An diesem Punkt hilft Metagabbro dann, Leichtfertigkeit
und Unbesonnenheit (die gerne aufkommen, wenn "alles klar" erscheint)
zu vermeiden, und den eingeschlagenen Weg ruhig und besonnen
weiterzuverfolgen.

Körperlich wirkt Metagabbro sehr ähnlich wie Amphibolit: Auch er
hilft in in jenen Bereichen, die durch innere Spannungen besonders
leiden. Er kräftigt die Nieren, stabilisiert das vegetative
Nervensystem und hilft bei seelisch bedingten Verdauungsbeschwerden.
Er hilft außerdem bei Beschwerden von Kehlkopf und Stimmbändern,
insbesondere wenn die Stimme undeutlich und belegt klingt (auch als
Folge von Erkrankungen). Ebenso hilft er bei funktionellen
Ohrenbeschwerden (Schwerhörigkeit, Ohrgeräusche, Tinnitus),
interessanterweise auch hier vor allem dann, wenn die
Beeinträchtigung als "undeutliche" Wahrnehmung erlebt wird.

ZUSAMMENFASSUNG: Geistig hilft Metagabbro, unüberschaubare
Situationen instinktsicher zu meistern; seelisch ermöglicht er,
unklare Gefühle durch aktive Auseinandersetzung zu klären; mental
hilft er, dem eigenen Bauchgefühl zu vertrauen und die Konsequenzen
des eigenen Tuns zu beobachten; körperlich stärkt er Nieren,
Verdauung und das vegetative Nervensystem und hilft bei Beschwerden
der Ohren, des Kehlkopfs und der Stimmbänder, insbesondere bei
"undeutlicher" Wahrnehmung oder Stimme.


STAUROLITH-GRANATSCHIEFER (METAPELIT)

Der in den Südalpen weit verbreitete Glimmerschiefer ist ein
"Metapelit", d.h. ein metamorph überprägtes Tongestein (Pelit). Aus
dem im Erdmittelalter (Mesozoikum = Trias, Jura und Kreide) am
Meeresgrund der Tethys (dem Ozean zwischen Europa und Afrika)
abgelagerten Schlamm entstanden mächtige tonige Sedimente (Pelite),
die während der alpinen Gebirgsbildung metamorph überprägt wurden.
Der hier besprochene Staurolith-Granatschiefer aus dem Peccia-Tal,
einem Seitental des Valle Maggia im Tessin, ist ein solcher
Metapelit, der in ca. 30 km Tiefe bei ca. 600° C und 8 kbar Druck
metamorph umgewandelt wurde. Aus dem tonreichen Gestein entstand
dabei Glimmerschiefer mit meist hellem Glimmer (Muskovit), in dem
sich mitunter dunkelroter bis braunroter Granat (Almandin), brauner
Staurolith und bläulicher Disthen finden.

Diese Mineralien geben Aufschluß über die bei der Metamorphose
einwirkenden Faktoren Druck und Hitze und zeigen damit die genauen
Bildungsbedingungen des Gesteins an: Granat tritt nämlich in Gneisen
und Glimmerschiefern erst ab ca. 500° C auf - Staurolith ist
andererseits (je nach Druck) nur bis maximal 650° C beständig.
Disthen wiederum findet sich zwar in einem breiten
Temperaturspektrum, jedoch nur bei mindestens 4 kbar Druck, was einer
Tiefe von mindestens 15 km entspricht. Wenn sich also alle drei
Mineralien zugleich im Glimmerschiefer zeigen, wie es gerade bei dem
hier besprochenen Gestein der Fall ist, dann lassen sich die o.g.
Bildungsbedingungen abschätzen. Da der zuvor besprochene
Peccia-Marmor von derselben Fundstelle stammt und gemeinsam mit dem
Staurolith-Granatschiefer entstanden ist, lassen sich indirekt auch
für ihn dieselben Verhältnisse (ca. 600° C und 8 kbar Druck)
schlußfolgern.

Hauptbestandteil des Staurolith-Granatschiefers ist Muskovit, weißer
Kalium-Aluminium-Glimmer (ein Schicht-Silikat). Glimmermineralien
(Biotit, Fuchsit, Lepidolith, Muskovit und Phlogopit) sind wie viele
anderen Schichtsilikate (Serpentin etc.) als "Schutzsteine" bekannt,
da sie helfen, äußere Einflüsse abzuwehren und die eigene innere
Kraft zu stärken. Diese "Grundwirkung" des Glimmerschiefers wird
deutlich verstärkt durch die Widerstandskraft der drei Inselsilikate
Granat, Staurolith und Disthen, die zudem alle drei das Identität
stärkende Aluminium und in Staurolith und Almandin-Granat auch
kraftspendendes Eisen enthalten. Eine Power-Mischung, die eingebettet
in den umhüllenden, schützenden und bergenden Muskovit jedoch nicht
zu äußerem Aktivismus wird, sondern sich aufbauend und stärkend nach
innen kehrt.

Als metamorphes Gestein ist Staurolith-Granatschiefer daher ein
typischer Krisenstein, der in Zeiten tiefgreifenden Wandels hilft,
die eigenen Kräfte zu wahren und zu regenerieren. Das Gestein besitzt
jedoch nicht die lösenden Qualitäten des o.g. Marmors, es dient nicht
dem Loslassen und der Trauerbewältigung, da es nicht öffnet für
Emotionen, sondern durch den großen Muskovit-Anteil eher hilft,
Gefühlsregungen zurückzuhalten, um geistig klar das Notwendige zu
tun. Muskovit hilft, selbst bei Ängsten, überwältigenden Problemen,
Provokationen oder offenen Angriffen nüchtern, gefaßt und
kontrolliert zu bleiben. Thema des Staurolith-Granatschiefers ist
daher, von Krisen unbeeindruckt zu bleiben und vernünftig zu tun, was
getan werden muß. Er repräsentiert den metamorphen Aspekt des
"aktiven Beendens und Aufräumens", bis alle unerledigten Dinge
vollendet sind und man/frau sich leicht vom Alten, Vergangenen
abwenden kann. Der Anteil von Staurolith und Granat (die meistens
beide vertreten sind) bringt große Kraft und eine immense Ausdauer
hinzu. Der an der genannten Fundstelle eher selten auftretende
Disthen fördert darüber hinaus Spontanität und Schnelligkeit und
vertieft die innere Gelassenheit.

Körperlich hilft Staurolith-Granatschiefer bei allen Folgen von Streß
und langandauernder Belastung: Er stärkt die Nerven, hilft bei
vegetativen Störungen und Beschwerden von Magen, Darm, Galle und
Nieren (letzteres insbesondere, wenn Anteile von Disthen vorhanden
sind) sowie bei Zittern, Nervosität und Herzbeschwerden.
Staurolith-Granatschiefer wirkt auf sehr sanfte Weise entschlackend
und entgiftend und stabilisiert daher bei langfristigem Gebrauch auch
das Immunsystem. Er stärkt den Kreislauf, bereitet jedoch in der
Regel keine Probleme bei Bluthochdruck. Insgesamt ist auffallend, daß
der aus kraftvollen Mineralien bestehende Staurolith-Granatschiefer
eher unauffällig wirkt, so daß es oft einige Zeit dauert, ehe seine
Wirkung wahrgenommen wird. Die von innen heraus entwickelte Stärkung
hält jedoch auch geraume Zeit an, wenn der Stein abgesetzt wird.

ZUSAMMENFASSUNG: Geistig hilft Staurolith-Granatschiefer, die eigenen
Kräfte in Zeiten tiefgreifenden Wandels zu wahren und zu
regenerieren; seelisch ermöglicht er, in schwierigen Zeiten gefaßt
und beherrscht zu bleiben und selbst große Belastungen zu meistern;
mental trägt er dazu bei, vernünftig das Notwendige zu tun und
Unerledigtes abzuschließen; körperlich stärkt er von innen heraus
(langsam, aber dauerhaft) Nerven, Nieren, Kreislauf, Magen, Darm,
Immunsystem, Galle und Herz.

_________________
Liebe Grüße Sunny Bild

Wenn du nicht bekommst, was du willst,
dann denk daran, das es manchmal dein Glück sein kann.
(Dalai Lama)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
 
 Betreff des Beitrags: Re: Heilsteine aus der Heimat
BeitragVerfasst: Mi 11. Mai 2011, 09:44 
Offline
Administrator
Benutzeravatar

Registriert: Sa 30. Sep 2006, 18:42
Beiträge: 11489
Aus dem neuen Newsletter von Michael Gienger Mai 2011

HEILSTEINE DER HEIMAT: GRANIT


Nachdem die Reihe "Heilsteine der Heimat" in vergangenen Newslettern
zunächst in den Südalpen begann (Nr. 40 Juni 2009:
Glaukophanschiefer/Aosta-Tal sowie Nr. 42 Oktober 2010 + Nr. 45
Februar 2011: Heilsteine aus dem Tessin und Graubünden), geht es in
dieser Ausgabe weiter mit einem Gestein, das wir vor allem aus den
europäischen Mittelgebirgen kennen - dem Granit. Auch den gibt es
zwar in den Alpen, doch spielt er dort längst nicht die Rolle, die
man/frau oft annimmt. Gerade in den Südalpen ist er sehr selten! Was
die vielen Steinmetzbetriebe, die sich im Tessin z.B. "Graniti"
nennen, tatsächlich anbieten, sind meist Gneis und Glimmerschiefer -
da eben die ganzen Südalpen metamorpher Natur sind. Nur hier und da
konnte sich etwas magmatischer Granit dazwischen schieben, wie z.B.
im Bergell. Selbst der "Granit" der Zentralalpen (in der Schweiz z.B.
vom Gotthard oder Aaremassiv) ist schon leicht metamorph überprägt.

Wollen wir also "rein magmatischen" Granit finden, haben wir in den
Mittelgebirgen wie Schwarzwald, Odenwald, Bayerischer Wald,
Waldviertel, Fichtelgebirge, Erzgebirge, Harz, Lausitz u.a. bessere
Chancen. Dort bildet Granit den Sockel der in der "variskischen
Gebirgsbildung" entstandenen Bergketten (benannt nach dem
germanischen Stamm der Varisker im heutigen Vogtland). Durch die
Kollision und Vereinigung der Kontinente "Laurussia" im Norden (vom
heutigen Nordamerika über Nordeuropa incl. Norddeutschland bis
Rußland) und "Gondwana" im Süden (heute Südamerika, Südeuropa incl.
Süddeutschland, Afrika, Indien, Australien) zum Großkontinent
"Pangäa" entstand in der Erdepoche Karbon (vor 360 - 290 Mio. Jahren)
ein Hochgebirge mit stattlichen Drei- bis Viertausendern! Bei der
Auffaltung dieser Gebirge schob sich Magma zwischen die
Gesteinspakete und füllte beim Abkühlen große Kammern mit Granit.
Dieser ist nun heute vielerorts aufgeschlossen, da die darüber
liegenden Gesteine längst der Erosion anheim gefallen sind. Aus
diesem Grund sind auch die hohen Berge verschwunden und in den
übriggebliebenen Gebirgsstümpfen bildet der verwitterungsbeständige
Granit die immer noch bis 1000 m Meereshöhe hinaufragenden Gipfel.

Natürlich ist dieser variskische Granit längst nicht der einzige, den
es gibt. Viele Epochen der Erdgeschichte haben Granitgesteine
hinterlassen, die auf ähnliche Weise immer dann entstanden sind, wenn
magmatische Intrusionen (das Eindringen von Magma in darüberliegende
Gesteine) beim allmählichen Abkühlen und Erstarren zur Granitbildung
führten. Granit kann daher je nach Fundort ganz unterschiedlich alt
sein, von mehreren Hundert Millonen Jahren (z.B. in der Oberlausitz)
bis hin zu vergleichsweise "frischen" 20 Millionen Jahren (Alpen).
Gemeinsam ist allen Graniten jedoch die Entstehungsweise, die wir uns
am besten veranschaulichen können, wenn wir einmal im Geiste in die
Tiefe in eine Magmakammer reisen und uns dort mit
zehnmilliardenfachem Zeitraffer anschauen, was vor sich geht:

Stellen Sie sich vor, wir befinden uns mindestens 10 km tief in der
Erde mitten im Magma, das uns bei einer Temperatur von rund 1000° C
wie ein orangefarben leuchtendes Gelee von allen Seiten umgibt. Sie
schauen sich um und stellen fest: Selbst bei diesem Zeitraffer mit
zehnmilliardenfacher Beschleunigung passiert zunächst einmal gar
nichts! Da ist einfach Magma, das eine riesige Kammer mit seiner
glutflüssigen Gesteinsschmelze ausfüllt. Es ist heiß und auch der
Druck von mehreren Tausend Atmosphären ist durchaus beachtlich, doch
weiter geschieht im Grunde nichts, da sich das Magma (dank der guten
Wärmedämmung der darüberliegenden Gesteine) zigtausende von Jahren
Zeit läßt, ehe es auch nur um 1° C abkühlt. Sie sehen schon, das
Ganze "zieht" sich...

Doch eine gewisse Spannung liegt hier in der Luft, pardon, im Magma.
Hier sind viele Elemente versammelt, jedoch durch die große Hitze
noch viel zu beweglich, um sich zu binden. Noch ist unklar, was
geschehen wird. Noch steht nicht fest, welche Mineralien und Gesteine
sich aus dieser Schmelze bilden werden. Wird der Druck in der
Magmakammer durch weitere Schmelzvorgänge so weit steigen, daß sich
ein Weg zur Erdoberfläche bahnen läßt, wo das gigantische Potential
dieser unzähligen Elemente in einem vulkanischen Spektakel auf einmal
verschleudert wird? Oder wird irgendwann eine langsame Abkühlung
eintreten, so daß sich über Jahrmillionen ein kompaktes Tiefengestein
bildet? Noch weiß es niemand - die Spannung wächst!

Diese Spannung verbleibt wie eine Erinnerung in jenen Gesteinen, die
sich allmählich hier in der Tiefe bilden. Selbst dann, wenn sie
längst erkaltet zur Erdoberfläche gelangt sind, da das Gestein über
ihnen abgetragen wurde, spürt man ihnen noch jene verhaltene Kraft
an: Das Potential der unbegrenzten Möglichkeiten und das ebenso
unbegrenzte Reservoir an Energie, das in ihrem Ursprung das Magma
erfüllte. Kein Wunder, daß diese Gesteine und Mineralien uns an das
Potential in uns selbst erinnern, an unsere schlummernden Fähigkeiten
und Möglichkeiten, und daß sie die Kraft in uns wecken, dieses
Potential zu verwirklichen...

Aber so weit sind wir noch nicht. Bislang ist da einfach nur Magma.
Oder? Allmählich tauchen hier und da kleine Körnchen auf, die überall
rings um uns im Magma schweben. Überall beginnt es in verschiedenen
Farben zu glitzern, aus hellen und dunklen Punkten wachsen winzige
Kristalle heran, kaum einen Millimeter groß. Dazwischen erscheinen
Gasbläschen, die langsam nach oben steigen, während vor allem die
dunkleren Körnchen in die Tiefe sinken. Offenbar sind sie schwerer
als das Magma. Andere verweilen schwebend an Ort und Stelle, wieder
andere, meist hellere, schweben den Gasbläschen hinterher. Und immer
noch werden es mehr und mehr und mehr. Es glitzert und funkelt
überall! Das ist wie Weihnachten!

Wirklich erstaunlich, wie diese winzigen Kristalle quasi "aus dem
Nichts heraus" Gestalt annehmen. Und schon werden sie größer, wachsen
heran und geben sich zu erkennen: Hier ein kleiner Feldspat-Kristall,
dort ein Quarz, dazwischen schweben glitzernde Glimmer-Plättchen.
Graue Magnetit-Oktaederchen sinken in die Tiefe zwischen grüne
Olivine, kleine schwarze Turmaline schweben vor uns und vieles mehr.
Allmählich wird es eng, fast alles Magma ist auskristallisiert und
ein unendliches Meer kleiner, kaum fünf Millimeter großer Kristalle
beginnt, sich ineinander zu verzahnen. Wer hätte geahnt, welch
ungeheure Vielfalt sich in diesem Magma verbirgt? Kein Wunder, daß
diese Mineralien und Gesteine auch in uns ungeahnte Eigenschaften und
Fähigkeiten "wie aus dem Nichts heraus" hervorbringen können.

Durch das Auf- und Absteigen leichterer bzw. schwererer Mineralien
haben sich verschiedene Gesteine gebildet. Weit in der Tiefe erkennen
wir grünschwarzen Peridotit, vor uns dunklen, gesprenkelten Gabbro
und über uns den vertrauten hellen Granit aus Feldspat, Quarz und
Glimmer. Die Differenzierung dieser Gesteine ist schlicht der
Gravitation zu verdanken: Indem die schweren Elemente und
Verbindungen, wie z.B. eisenhaltige Mineralien, in die Tiefe gezogen
werden, drängt es die leichteren Substanzen, wie z.B. Kieselsäure
nach oben. Ihr entstammen die Quarz, Feldspat und Glimmer. Granit ist
also ein Produkt kieselsäurereichen Magmas und entsprechend ein
helles Gestein, viel heller als der dunkle Gabbro oder Peridotit.

Die verschiedenen Mineralien verleihen dem Granit das typische
gesprenkelte Aussehen, wobei der helle, opake, meist farblose
Feldspat den Löwenanteil stellt (ca. 60%), deutlich mehr als der
leicht transparente Quarz (ca. 30%) oder der glitzernde Glimmer (ca.
10%), der mal hell (Muskovit), mal dunkel (Biotit) erscheinen kann.
Die einzelnen Körnchen sind in der Regel bis zu 5 mm groß, nur selten
werden sie größer. Durch geringe Eisenoxid-Anteile kann der Granit
gelblich, rosa oder sogar kräftig rot erscheinen, wobei es meist die
Feldspäte sind, die dann Farbe bekommen. Eisensilikat-Anteile färben
den Granit dagegen grün. Sie entstehen jedoch häufig erst dann, wenn
sich die Feldspäte durch spätere Einflüsse umzuwandeln beginnen.

Dank unseres Zeitraffers erkennen wir daher, daß auch dieses
scheinbar feste Gestein durchaus in Bewegung ist. Abkühlung,
Wassergehalt und chemische Einwirkungen verändern sein Aussehen. Beim
Erkalten bekommt es zudem Schrumpfungsrisse und wird es erst einmal
freigelegt, indem darüberliegende Gesteine abgetragen werden, so
setzt die Verwitterung genau an diesen Schrumpfungsrissen an. Anders
kommt sie dem Granit ja auch nicht bei, zu fest verzahnt sind die
einzelnen Körner miteinander. Daher können Wind und Wetter, Frost und
Hitze, Wasser und Eis nur in diesen Rissen und an den Kanten der
Steine arbeiten. Was entsteht, sind die typischen runden Formen des
Granits: Granitfelsen ähneln gigantischen runden Kieseln oder
aufeinandergestapelten Wollsäcken, allmählich abgerundet durch die
Witterung. Schroffe Formen sind selten, und wenn sie auftreten, sind
es Resultate extremer Bedingungen, wie z.B. der Brandung an
Steilküsten oder geschliffen durch starke Winde.

Den Zeitraffer brauchen wir nun nicht mehr, um das entstandene
Gestein zu begutachten. Doch gut, daß wir ihn hatten! Denn zwischen
dem Ausgangspunkt der Gesteinsbildung in der Magmakammer und dem
Freilegen des festgewordenen Granits liegen auf jeden Fall
Jahrmillionen! Es ist ein ganz langsamer Prozeß, der die unbändige
Kraft des Magmas zähmt und einfängt, sie in Festigkeit und
Beständigkeit verwandelt. Ein Prozeß, in dem die Zeit und die Mixtur
der Elemente entscheidet, welche Mineralien aus dem vielseitigen
Potential des Magmas entstehen. Ob es bei Feldspat, Quarz und Glimmer
bleibt, oder ob sich doch noch etwas Hornblende oder gar Turmalin
dazwischen schmuggeln. Und in den Randbereichen des Magmas kann sich
so allerlei aus aufgelösten Umgebungsgesteinen hereinschleichen,
wodurch sich z.B. Cordierit und anderes bilden kann.

Jeder Granit ist daher einzigartig! Das Alter kann sehr verschieden
sein (Hunderte von Jahrmillionen), die Mengenverhältnisse von
Feldspat, Quarz und Glimmer können extrem schwanken - und je nachdem
finden sich Zugaben von Apatit, Augit, Cordierit, Epidot, Granat,
Hornblende, Magnetit, Pyrit, Turmalin und Zirkon. Eisenoxide führen
außerdem - wie gesagt - gern zu gelben, rosafarbenen und roten
Farben, Eisensilikate zu grünen Farben. Dank Cordierit gibt es auch
blauen Granit. Bei einer solchen Vielfalt läßt sich eigentlich kaum
noch von "dem Granit" reden. Eigentlich müßten wir immer den Plural
verwenden: "die Granite". Denn je nach Fundstelle unterscheiden sie
sich - in ihren geologischen Gegebenheiten ebenso wie in ihren
heilkundlichen Eigenschaften.

Um die verschiedenen Granite und ihre Eigenschaften zu ergründen, bin
ich seit 1989 mit vielen Forschungs- und Seminargruppen in
verschiedenste Landschaften gereist, von den Alpen über Schwarzwald,
Odenwald und Fichtelgebirge bis in die Oberlausitz. Meist mehrfach
zum gleichen Ort, um feststellen zu können, welche Phänomene sich
wiederholen. Dabei wurde zweierlei deutlich: Zum einen, daß es
bestimmte Eigenschaften gibt, die "dem Granit" generell zu eigen
sind, und zum zweiten die gravierenden Unterschiede innerhalb dieses
Rahmens. Beides möchte ich gerne hier zusammenfassen, wobei ich mich
bzgl. der Unterschiede auf die Granite des Fichtelgebirges
beschränken möchte - aus viererlei Gründen: Erstens bietet das
Fichtelgebirge ganz verschiedene Granite auf vergleichsweise kleinem
Raum, zweitens sind mir diese Gesteine und ihre Fundorte sehr
vertraut, drittens wurden die Auswertungen unserer Gruppen hier durch
die unabhängigen Erfahrungen eines Ortsansässigen mehrfach bestätigt
(ein herzliches Dankeschön an Peter Kellermeier aus Selb!) und zum
vierten konnte meine Kollegin Astrid Hess, die all diese Fundorte
nicht kennt, deren Atmosphäre und Qualität nur anhand der Steine
wahrnehmen und beschreiben (vielen Dank, Astrid!). Vierfach geprüft
ergibt sich so ein fundiertes Bild der Eigenschaften und Wirkungen
des Granits. So fundiert, wie es sich für Granit einfach gehört.

Was allen Graniten gemeinsam ist, ist ihre Entstehungsweise - und
diese spiegelt sich auch ganz deutlich in den Wirkungen wieder:
Spannung ist das erste, was in der Regel wahrgenommen wird, wenn
man/frau sich einfühlsam auf Granit bewegt oder sich mit Granit
beschäftigt. Spannung, die sich körperlich und emotional tatsächlich
durch ein Ansteigen der eigenen inneren Spannung wahrnehmen läßt,
aber auch eine Spannung, die sich unbewußt auf das Verhalten von
PartnerInnen oder in Gruppen auswirkt, oft als ein Auseinanderstreben
(es braucht "mehr Raum" zwischen den Individuen), jeder geht seiner
eigenen Wege, oder ein Anheizen der bereits bestehenden Spannungen.
Wirklich nur mit Nachdruck läßt sich eine Gruppe dann noch beisammen
halten (das habe ich wirklich SEHR oft erlebt!) und als Gruppenleiter
fühlt man sich schnell als Schäferhund einer renitenten Herde! Bleibt
man/frau lange genug in diesem "Spannungsfeld", sind "Entladungen"
unvermeidlich, dann "knistert" und "kracht" es und es gibt "Reibung",
doch es dauert geraume Zeit, bis der "Dampf abgelassen" wird.

Eine Erfahrung, die durchaus an den Druck in der Magmakammer
erinnert, die Spannung, die Hitze! Und tatsächlich ist es gerade das
"Nicht ausweichen können", das die einzelnen Mineralien so fest
verzahnt und dem ganzen Gestein seine Festigkeit und Beständigkeit
verleiht. Auch das ist erlebbar: Weder den positiv empfundenen
Gedanken, Gefühlen und Empfindungen, noch den negativen läßt sich aus
dem Weg gehen, wenn wir uns auf Granit aufhalten. Sie bekommen
Nahrung und wachsen heran wie die Kristalle im Magma. Versuchen wir
tagsüber durch Ablenkung zu entkommen, kehren sie in den nächtlichen
Traumbildern wieder. Granit offenbart ziemlich gnadenlos, was wir an
Gedanken, Gefühlen und Empfindungen in uns tragen, und zwingt, die
Dinge anzuschauen. Worauf unser geistiger Fokus gerichtet ist, das
wird genährt und wächst und tritt in Erscheinung. Daher ist SEHR
wichtig, worauf wir ihn richten. In den Seminaren habe ich es immer
wieder erlebt: Die Themen müssen sehr gut gewählt sein, sonst bekommt
man als Leiter (und Schlichter und Therapeut und Organisator) alle
Hände voll zu tun...

Doch die Spannung des Granits bringt auch Antrieb! Spannung treibt
den Energiefluß an, nicht nur in der Stromleitung, auch in uns!
Spannung bringt den Kreislauf in Gang, Spannung bringt Tatkraft und
Handlungsdrang, Spannung steigert das Leistungsvermögen. Vielen
TeilnehmerInnen meiner Seminare ist oft erst im Nachhinein
aufgefallen, daß sie auf Granit viel mehr Leistung (sowohl
hinsichtlich körperlicher, als auch geistiger Anstrengung) erbringen
konnten, als üblich. Man/frau leistet mehr, aber es kommt einem gar
nicht so vor! Von daher führt die Spannung auch dazu, daß aus
Gedanken Worte und Taten werden. Keineswegs schnell und überstürzt,
aber unweigerlich und gegebenenfalls mit Nachdruck! Granit gesteht
durchaus eine "Reifezeit" zu, bis etwas in Erscheinung tritt, aber es
ist keine Zeit der Untätigkeit, sondern eine Phase des aktiven
inneren Heranreifens.

Eben dieses Heranreifen, das Entwickeln von Handlungen, Eigenschaften
und Fähigkeiten aus dem eigenen inneren Potential heraus, wird durch
Granit gefördert - so wie aus dem unbestimmten Potential des Magmas
heraus die einzelnen Mineralien wachsen und reifen, bis sie sich im
Gestein zu einer Einheit vereinen, dabei aber im Einzelnen erkennbar
bleiben! Granit kann daher ganz unterschiedliche Dinge gleichzeitig
in uns reifen lassen, die Fertigkeit für ein Instrument neben dem
Ärger auf den Nachbarn neben dem Verständnis für ein neues
Wissensgebiet neben der Einsicht, eigenes Verhalten zu verändern...
Was hier wächst, hängt von der Saat ab, die wir selbst in unserem
Geist gesät haben! Doch bekanntlich erkennt man/frau ja auch die
"Unkräuter" im Garten erst dann, wenn sie ein bißchen größer geworden
sind. Eine Chance also auch zum Jäten und neuen Bepflanzen...

Doch der stärkste Keim, den wir in uns tragen, sind unsere eigenen
Lebensziele! Die grundlegenden Absichten, die unser Leben prägen, an
denen wir uns orientieren (bewußt oder unbewußt), die uns die
Gewißheit vermitteln, daß alles in Ordnung ist, wenn wir ihnen
folgen, und die wir schmerzlich vermissen, wenn wir sie vergessen
haben und daher eine unerfüllte Leere in uns tragen. Da sie im Keim
aber niemals ausgerottet werden können, wachsen sie wieder, sobald
sie Nahrung bekommen. Jedes Nachdenken über eigene Lebensziele, jedes
Streben, sie zu realisieren und insbesondere jede Handlung, die
dieser Verwirklichung dient, wird durch Granit besonders gestärkt.
Und ist der Weg erst einmal gefunden, macht Granit unbeirrbar, stark
und ausdauernd. Dann gehen wir durchaus auch mit sturem Granitschädel
durch manche Schwierigkeiten hindurch und wer uns aufhalten möchte,
beißt auf Granit!

All diese Dinge gehen im Grunde einfach auf die Spannung und Energie
zurück, die Granit vermittelt. Es ist kein schnelles Strohfeuer wie
bei den ebenfalls magmatischen, aber vergleichsweise plötzlich
entstehenden Vulkangesteinen, sondern eher eine beständige Glut, die
erwärmt, belebt, antreibt, bewegt, voranbringt und Nachdruck
verleiht, die mitunter "Feuer unter dem Hintern" macht, wenn wir
zögern und zaudern, deren Ziel jedoch eine stabile, stetige und
kontinuierliche Entwicklung ist, mit Resultaten, die Festigkeit und
Beständigkeit besitzen. So wie Granit eben. Fest verwurzelt, gut
geerdet, unangreifbar - und zugleich voller Saft und Kraft!

KÖRPERLICH ist Granit daher ein Kreislauftonikum. Er bringt Puls und
Blutdruck auf Touren (Vorsicht daher bei Bluthochdruck!), fördert
entsprechend die Durchblutung (wodurch das Empfinden der Tatkraft
entsteht), stärkt die Nerven und macht die Sinne wach. Granit stärkt
die geistige Präsenz im Körper, so daß sich Willensstärke auch in
Muskelkraft äußern kann. Daraus kann zwar die Neigung entstehen,
Dinge viel zu kraftvoll anzupacken (schon während ich dies schreibe,
stelle ich fest, daß ich viel stärker in die Tasten haue als normal),
daraus resultiert jedoch auch Standfestigkeit und eine gute
körperliche Vitalität und Widerstandskraft. Granit ist kein schnelles
Immunstimulans wie Heliotrop oder Moosachat, doch das Stärken der
körperlichen Kraft führt natürlich auch zu einer stabileren
Gesundheit.

Alles in allem lassen sich die Wirkungen des Granits daher
folgendermaßen zusammenfassen:

SPIRITUELL regt Granit an, die eigenen Lebensziele zu realisieren. Er
hilft, aus dem eigenen Potential die dazu notwendigen Eigenschaften
und Fähigkeiten zu entwickeln. Da auch unsere Herkunft und Kultur ein
nutzbares Potential für uns darstellen, fördert Granit eine feste
Verwurzelung in der Tradition und Überlieferung, die jedoch nicht
rückwärtsgerichtet ist, sondern die Substanz zur Neugestaltung der
Zukunft bietet. Als magmatisches Gestein unterstützt uns Granit
gerade in Phasen des Neubeginns, insbesondere, wenn es darum geht,
"gute Fundamente" für etwas Neues zu legen, oder wenn große
Anfangsschwierigkeiten zu überwinden sind. Er fördert das auf
Manifestation ausgerichtete Handeln und bringt die Festigkeit, einen
eingeschlagenen Kurs auch bei Widerständen beizubehalten. Granit
verleiht allen Willensäußerungen Nachdruck und läßt nicht ruhen, ehe
das gewünschte Resultat erzielt ist.

SEELISCH wirkt Granit langsam, aber beständig anregend, aktivierend
und antreibend. Er bringt Spannung, Kraft, Stärke und Ausdauer und
hilft, diese Kraft nicht nur aus sich selbst zu ziehen, sondern durch
das Verarbeiten von Eindrücken und Erlebnissen stets neu zu
regenerieren. Dadurch beugt er Verausgabung und Erschöpfung vor und
vermittelt zugleich jene Festigkeit und Sicherheit, die aus gut
verarbeiteten Erfahrungen entsteht. Obwohl er tatkräftig, lebendig
und dynamisch macht, vermittelt Granit daher das Empfinden, gut
geerdet und verwurzelt zu sein. Gefühlsregungen werden unter seinem
Einfluß deutlicher und intensiver, jedoch meist nicht überwältigend.
Selbst in "stürmischen Phasen" hilft er, die Kontrolle zu wahren. In
der Nacht regt Granit an, unverarbeitete Eindrücke des Tages im
Traumgeschehen aufzuarbeiten. Da der Schlaf dadurch oft unruhig und
wenig erholsam wird, ist er für die Nachtruhe nicht zu empfehlen.

MENTAL hilft Granit, die eigene Aufmerksamkeit auszurichten und diese
Ausrichtung zu halten. Er macht wach und präsent und verdeutlicht all
die Gedanken, die wir hegen, wodurch deren Auswirkungen und
Konsequenzen bewußt werden. Zudem fördert er unsere
Konfrontationsfähigkeit, so daß wir uns auch mit Unangenehmem
auseinandersetzen können. Granit weckt und belebt unser Interesse
(unabhängig davon, worauf wir es richten), festigt das Gelernte und
motiviert, unseren Neigungen nachzugehen. Er hilft, Ideen Form und
Gestalt zu geben, so daß sich Wege zur Verwirklichung finden und
bringt Standfestigkeit bei Widerständen. Granit regt an, Beschlüssen
konsequente Taten folgen zu lassen und unterstützt darin,
Verantwortung zu übernehmen und die Dinge anzupacken, die notwendig
sind. Zudem hilft er, unbeirrbar durch schwierige und verzwickte
Situationen hindurchzugehen.

KÖRPERLICH regt Granit Herz und Kreislauf an und fördert dadurch die
generelle Durchblutung. Indem er das Blut kräftiger in Fluß bringt,
werden alle Körperregionen besser versorgt. Granit sollte jedoch
nicht zum Einsatz kommen, wenn Gefäßverengungen zu lokalen
Durchblutungsstörungen führen, da er den Gefäß- und Muskeltonus
erhöht! Hier sind andere Heilsteine wie Obsidian oder roter Granat
vorzuziehen. Die Erhöhung des Muskeltonus bringt jedoch Spannkraft
und verbessert das Leistungsvermögen. Granit bringt Energie, stärkt
die Nerven und macht Atemblockaden bewußt. Er regt dazu an, tiefer zu
atmen. Granit fördert die Vitalität des gesamten Organismus, regt
alle Stoffwechselfunktionen an und stärkt dadurch die
Widerstandskraft und Regenerationsfähigkeit, wovon auch das
Immunsystem profitiert.

So weit zu den allgemeinen Eigenschaften des Granits, die sich, wie
hoffentlich deutlich wurde, überwiegend auf die magmatische
Entstehung beziehen. Darüber hinaus können die Eigenschaften der
einzelnen Granitsorten durch unterschiedlichen Mineraliengehalt und
spezielle Farben deutlich variieren. Wobei der oben geschilderte
Rahmen weitgehend gewahrt bleibt. Nachfolgend also noch ein paar
spezielle Variationen der Fichtelgebirgsgranite, die nach ihrer
Textur (Körnung und Aussehen), Farbe und z.T. auch dem Gehalt an
weiteren Mineralien unterschieden werden:

PORPHYRGRANIT bildet das größte Granitmassiv der Region zwischen
Gefrees und Selb. Es ist ein heller Granit mit bis zu 8 cm großen,
deutlich ausgebildeten Feldspatkristallen. Solche Granite bilden sich
eher im oberen Bereich einer Magmakammer, wo die entstehenden
Mineralien durch die angesammelten Gase mehr Raum zum Wachsen haben.
Der Feldspat in diesem Porphyrgranit ist oft gelblich, mitunter auch
rosa, der enthaltene Quarz ist häufig rauchbraun. In seiner Wirkung
ist der Porphyrgranit sanfter als die anderen Fichtelgebirgsgranite,
weniger drängend. Er hilft, relativ entspannt an das eigene Tagwerk
zu gehen, aber gerade durch diese "relaxte" Haltung sehr gute
Resultate zu erzielen. Körperlich wirkt er eher nervenberuhigend und
hilft bei Verspannungen, obwohl die generellen Granitwirkungen
deutlich wahrnehmbar sind.

DACHGRANIT ist charakteristisch für die Gipfel des Fichtelgebirges.
Er kommt in allen herausragenden Massiven vor, z.B. im Ochsenkopf, im
Südteil des Schneeberges mit Haberstein, von der Platte bis zur Hohen
Matze sowie im Großen Kornberg. Ein Granit mit mittelgroßer Körnung
und unruhiger Textur sowie einzelnen größeren Kristallen.
"Dachgranit" wird er genannt, da er den oberen Abschluß des Gebirges
bildet; mitunter wird er auch als "Randgranit" bezeichnet, da er in
Randbereichen der Magmakammer entstand, in der die Umgebungsgesteine
zum Mineralbestand beitrugen. Charakteristisch ist hier, daß neben
Biotit, dem dunklen Glimmer, auch der helle Muskovit auftaucht. Der
Dachgranit wirkt sehr stark anregend. Er belebt und aktiviert und
macht mitunter sehr unruhig, wenn wir in der Umsetzung einer Idee
ausgebremst werden. Dachgranit macht eher wagemutig und frech.
Körperlich wirkt er nervenanregend. Er macht die Sinne hellwach und
befreit die Atmung.

KERNGRANIT bildet den Zentralstock des Fichtelgebirges von
Fichtelberg über den Ochsenkopf bis zum Nußhart. Außerdem findet er
sich am Schneeberg-Ostrand, Kornberg, Waldstein und im Steinwald. Er
ist ein recht ebenmäßiger, mittel- bis grobkörniger Granit, bei dem
sich die Feldspäte durch eine gelbliche bis blaß-olive Farbe
auszeichnen. Die Wirkungen des Kerngranits entsprechen den o.g.
"typischen Granitwirkungen", ein besonderer Schwerpunkt ließ sich
bislang nicht feststellen.

KÖSSEINE-GRANIT ist dagegen deutlich anders! Er wird auch als "blauer
Randgranit" bezeichnet, da er in einem Randbereich der Magmakammer
entstand, wo die Stoffzufuhr aus dem Nebengestein zur Entstehung von
Cordierit führte. Diesem ist auch die bei Granit eher seltene
bläuliche Farbe zu verdanken. Wie der Name sagt, ist Kösseine-Granit
an der Kösseine beim Felsenlabyrinth der Luisenburg (Wunsiedel) zu
finden. Auch in der Wirkung ist der Cordierit-Anteil deutlich
wahrnehmbar: Kösseine-Granit stärkt Ausdauer und Durchhaltevermögen,
vor allem die granit-typische Unbeirrbarkeit wird hier noch betont,
innerlich fördert er jedoch Gelassenheit und ruhiges Betrachten. Er
stärkt die Nerven und das Immunsystem und wirkt zugleich kühlend,
fiebersenkend und schmerzlindernd.

SELBER GRANIT, ein feinkörniger Randgranit, tritt als helle,
feinkörnige Gesteins-Linsen mit hohem Muskovit-Gehalt in der Gegend
um Selb auf. Er wirkt vergleichsweise wenig anregend, macht eher
gelassen, relativ neutral in der Wahrnehmung und nüchtern im Denken.
Er wirkt wiederum nervenberuhigend, aber deutlich stoffwechsel- und
verdauungsfördernd, was sich in einer Stärkung des Magen-Darm-Traktes
bemerkbar macht.

ZINNGRANIT ist ein muskovit- und zinnhaltiger Granit, dessen
Feldspat-Gehalt überwiegend aus Orthoklas besteht. Sein Vorkommen
erstreckt sich von Tröstau bis zum Seehaus sowie am Nordhang von
Schneeberg und Rudolfstein. Hier ist das Zinn in der Wirkung deutlich
zu spüren. Zinngranit vermittelt das Empfinden von Größe und Weite.
Er hilft, wenn wir uns klein und schwach fühlen und von
bevorstehenden Aufgaben überwältigt sind. Körperlich wirkt er
regulierend auf die Nerven, d.h. er regt sie an, stärkt sie oder
beruhigt sie, je nachdem, was nötig ist. Auch er stärkt Stoffwechsel
und Verdauung.

SCHRIFTGRANIT ist ein Granitpegmatit, der nur aus Feldspat und Quarz
besteht, dem also der Glimmer fehlt. In der opaken geblichen
Feldspat-Matrix bilden die rauchbraunen Quarzkristalle oft symbol-
oder runenähnliche Formen, eine sog. "graphische Quarz-Feldspat-
Verwachsung". Interessanterweise ist der Schriftgranit von
Püllersreuth (Oberpfalz) von dem im Handel verbreiteten Schriftgranit
aus Madagaskar fast nicht zu unterscheiden. Schriftgranit wird
gegenüber dem "üblichen Granit" als "offener" erlebt. Obwohl auch er
aktivierend und belebend wirkt, liegt der Schwerpunkt mehr auf der
Wahrnehmung der Umwelt, weniger auf dem eigenen Willensausdruck. Die
durchaus vorhandene Tatkräftigkeit richtet sich eher darauf, was von
anderen gewünscht und gebraucht wird, so daß der eigene Lebensbeitrag
auch tatsächlich förderlich ist. Dann hilft Schriftgranit, der
eigenen Orientierung konsequent zu folgen. Körperlich stärkt
Schriftgranit daher die Sinne sowie die Verdauung und Ausscheidung.

GRANIT MIT EPIDOT entsteht, wenn der ursprüngliche Feldspat zumindest
teilweise in Epidot umgewandelt wurde. In dem aus der Gegend um
Marktleuthen stammenden Epidot-Granit ist dieser Übergang erkennbar:
Teils liegt noch der blaß rosafarbene Feldspat vor, teils bereits
grüner Epidot, dazu rauchbrauner Quarz. In der Wirkung dominiert der
Epidot: Die granittypische Spannung ist kaum noch wahrnehmbar,
stattdessen eine sehr erholsame, regenerative Qualität, wie sie für
Epidot charakteristisch ist. Körperlich wirkt der Epidot-Granit
deutlich entgiftend und leberanregend - nur für Gallenbeschwerden
sollte man/frau ihn im Gegensatz zum reinen Epidot oder dem
Epidotgestein "Unakit" nicht verwenden, dafür ist offensichtlich doch
noch zu viel "Granitspannung" da.

REDWITZIT ist im engeren Sinne kein Granit, sondern ein Syenit, da er
eine andere Mineralienzusammensetzung hat. Da er kieselsäureärmer
ist, nimmt der Quarzgehalt ab und es finden sich schon Anteile von
schwarzer Hornblende. Doch auch Syenit zählt aufgrund derselben
Entstehungsweise zu den "granitischen Gesteinen", daher sei auch der
Redwitzit abschließend noch erwähnt. Er findet sich im östlichen
Fichtelgebirge im Dreieck Marktredwitz - Arzberg - Thiersheim. Die
Hornblende-Anteile (vgl. Amphibolit im Newsletter Nr. 42 oder
Metagabbro im Newsletter Nr. 45) bringen Besonnenheit in die Tatkraft
des granitischen Gesteins hinein, so daß Redwitzit anregt, Vorhaben
genauer zu durchdenken, ehe man/frau sie in Angriff nimmt. Obwohl er
ebenfalls Kraft und Stärke vermittelt, wirkt er eher beruhigend. Er
lindert Streß und Nervosität, insbesondere wenn beides aus dem Gefühl
entsteht, etwas leisten zu müssen, von dem man/frau sich eigentlich
überfordert fühlt. Körperliche Wirkungen sind außer einer gewissen
Nervenberuhigung noch unbekannt.

ANMERKUNG ZUR GEOLOGIE UND GEOGRAPHIE:
Die o.g. Granite zählen zu einer zusammenhängenden "geologischen Einheit",
weshalb ich siegroßzügig "Fichtelgebirgsgranite" genannt habe.
Diese geologischeEinheit geht jedoch über die "geographische Region" des zu
Franken zählenden Fichtelgebirges hinaus und erstreckt sich sowohl nach
Böhmen (Tschechien), als auch über den Steinwald in die Oberpfalz
hinein. Daher finden sich auch Fundort-Angaben, die geographisch
nicht ins Fichtelgebirge, sondern zur Oberpfalz zählen.

WEITERE ANMERKUNG ZUR VERWENDUNG DES GRANITS:
Granit wird in der Hauptsache noch immer im Straßenbau (Pflastersteine,
Bordsteine,Schotter für Bahntrassen), als Baumaterial (Fassadenverkleidungen,
Fliesen) und im Innenausbau (Bodenbeläge, Treppen, Fensterbänke,
Arbeitsplatten) verwendet. Steinmetzen dient Granit als Rohstein für
Skulpturen, aber auch für Blumenrabatten, Brunnen und Vogeltränken.

Den tiefsten Einblick in die Vielseitigkeit des Granits als
Naturwerkstoff bietet das Deutsche Naturstein-Archiv am Steinzentrum
in Wunsiedel (Fichtelgebirge). Mit 6000 Steinmustern ist es das
größte Archiv dieser Art weltweit! Für Liebhaber der Gesteine ist der
Besuch SEHR zu empfehlen: http://efbz.de/wp/archiv

Ebenfalls in Wunsiedel findet vom 30. April bis 9. Oktober 2011 im
Fichtelgebirgsmuseum die Ausstellung "Granit - Grenzenlos" statt.
Eine Huldigung an die ganze "Welt des Granits", vom Bergmassiv und
Felsenturm bis zum Kulturgut, das aus Kunst und Gewerbe nicht mehr
wegzudenken ist. Ebenfalls SEHR zu empfehlen:
http://www.geopark-bayern.de/Public/Veranstalt ... Granit.htm

Außerdem gibt es Granit inzwischen auch als Schmuckstein - wiederum
aus dem Fichtelgebirge: Der Sammler Thomas Müller aus Marktleuthen
und der Edelsteinschleifer Peter Kellermeier aus Selb produzieren und
vertreiben schöne Fichtelgebirgsgranite inzwischen als Trommelsteine,
Anhänger, Ketten und Schmuck. Und siehe da: Granit kann sich wirklich
sehen lassen! Mehr dazu: http://www.kellermeier-edelsteine.de

Und zu guter Letzt: Einen wunderschönen Einblick in den Reichtum der
Gesteine und Mineralien des Fichtelgebirges bietet die jährlich
stattfindende "Mineralienbörse Fichtelgebirge" in Marktleuthen.
Leider in diesem Jahr schon vorüber (März), InteressentInnen können
jedoch bei der IG Mineralienbörse Fichtelgebirge c/o Thomas Müller,
Forststraße 6, 95168 Marktleuthen, Tel.: 09285-7155 Infomaterial für
die nächsten Börsen anfordern. Oder in der Sammler-Info des Bode
Verlags nachschauen: http://www.sammler-info.de

Buchtipp zu den Gesteinen und Mineralien des Fichtelgebirges:
Friedrich Müller, Bayerns steinreiche Ecke, Oberfränkische
Verlagsanstalt, Hof 1979 bzw. Gondrom Verlag, Bindlach 1991.
Vergriffen, aber z.B. bei http://www.zvab.com erhältlich.

--------------------------------------------

WICHTIGER HINWEIS

Die Angaben in diesem Newsletter zur Wirkung und Anwendung von
Steinen sind zur allgemeinen Information gedacht und ersetzen bei
Beschwerden nicht den fachkundigen Rat! Bitte suchen Sie daher bei
Erkrankungen ÄrztInnen oder HeilpraktikerInnen Ihres Vertrauens auf.
Trotz sorgfältiger Auswertung vorliegender Berichte kann ich sonst
keine Garantie für die Wirksamkeit oder Unbedenklichkeit der
Anwendungen übernehmen.

_________________
Liebe Grüße Sunny Bild

Wenn du nicht bekommst, was du willst,
dann denk daran, das es manchmal dein Glück sein kann.
(Dalai Lama)


Nach oben
 Profil Private Nachricht senden  
 
Beiträge der letzten Zeit anzeigen:  Sortiere nach  
Ein neues Thema erstellen Auf das Thema antworten  [ 5 Beiträge ] 

Alle Zeiten sind UTC [ Sommerzeit ]


Wer ist online?

Mitglieder in diesem Forum: 0 Mitglieder und 3 Gäste


Du darfst keine neuen Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst keine Antworten zu Themen in diesem Forum erstellen.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht ändern.
Du darfst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen.

Suche nach:
Gehe zu:  
Powered by phpBB © 2000, 2002, 2005, 2007 phpBB Group
Optimized by SEO phpBB
Deutsche Übersetzung durch phpBB.de