Hallo!
Kurz zur Einleitung:
Meinereiner lebt ja als Kristallsuchfreak mitten in einer faden Gegend - mitten im oberösterreichischen Flachland.
Im Norden sind die Granit- und Gneisberge des Mühlviertels, aber dort ist es lange her, dass man dort in Steinbrüchen
und Straßenbaustellen was anständiges finden konnte.
Jetzt ist alles aufgelassen und zugewachsen

.
ImSüden habe ich zwar die Berge der Alpen, allerdings sind's bei mir die Kalkalpen, wo man auch nicht gerade eine
üppige Vielfalt vorfindet - im Gegensatz zu den Zentralalpen (Hohe Tauern, Zillertal).
Die sind erstens zu weit weg für einen tagesausflug und zweitens sollte man sich dort auch mehrere Tage Zeit nehmen,
um dort auch was zu finden.
Also, was tun, wenn man nur einen Tag unterwegs sein will/kann?
Zum Glück habe ich in der Nähe ein mineralogisches "Kleinod", mitten in den Kalkalpen, aber trotzdem interessant und vielfältig.
Ist gerade mal eine Autostunde entfernt, dann geht's etwa 50 Minuten auf einer leicht ansteigenden Forststraße gemütlich zu einer kleinen Fluoritfundstelle,
die ich jetzt schon seit 10 Jahren besuche und die trotzdem jedesmal für Überraschungen gut ist.
So sieht's dort aus:

Die Felsen bestehen aus grauschwarzem Kalk mit schneeweißen Calcitadern drin, in denen sich ab und zu Fluorite finden lassen. Dazu aber nachher
Zuvor kommt man an einem Seitengraben vorbei, in dem sich anderes Gestein findet, nämlich bunte Tongesteine, sogenannter "Werfener Schiefer". Schon mal gehört? War das nicht auch dasselbe wie an der Tunnelbaustelle "Durch den Berg"?
Richtig! Im Laufe der letzten Jahre habe ich erkannt, dass diese Werfener, die hier desöfteren vorkommen, derart vielfältig sein können und so manche prächtige Überraschung parat haben können.
Zuerst hab ich mich an der Fundstelle nur auf den Fluorit im Kalk gekümmert, mittlerweile suche ich auch diese Wefener Schiefer nach Mineralien ab.
Hier der Graben, das Gestein ist locker, da kann das Wasser ordentlich arbeiten und immer wieder neues Material freilegen:

So bunt geht's hier zu:

Hier findet sich ab und zu eine Kuriosität - sogenanntes "Tonwürfelsalz".
Ursprünglich waren das bis cm-große Steinsalzwürfel, die im Ton steckten, allerdings ist vom Salz nichts mehr da, das hat sich in andere Mineralien umgewandelt(!), aber die Würfelform ist geblieben!
So finden sich da jetzt Gips, Calcit, Quarz, Dolomit, Aragonit, Baryt und Hämatit (hab' ich was vergessen?), aber alles winzig klein

(Pics in Teil 2 !!)
Zurück zum Fluorit.
In Deutschland gibt's da zum Teil riesige Vorkommen mit weltberühmten Funden, hier bei und ist der Flou aber Mangelware.
Um so mehr freut mich dieses kleine Vorkommen.
Also zurück zu den Kalkfelsen:

Ich war am Sonntag dort, ein befreundeter Geologe (unten beim Wühlen im Schutt!

) hat mich begleitet.
Meine Fundpunkte sind aber die Felsen oberhalb, von denen ich seit 10 Jahren Stück für Stück abklopfe
Das sieht dann so aus:


Und so wird's gemacht - Impressionen einer "Baustelle à la Klemens"




Sieht schweißtreibend aus - ist es auch!
Aber es stehen da nicht nur die Arbeit und die Mineralien im Vordergrund, sondern auch das Genießen der Natur.
So etwa der Blick hinauf auf die schönen Tannen über meiner Baustelle:

...und was sich sonst noch so entdecken lässt...

....und ein Schwalbenwurz-Enzian

Die Mineralien sind dann in einem Extrathread (Teil 2), sonst wird's zu lang!

Klemens