Heilstein und Mineralien Forum

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 Betreff des Beitrags: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 15:17 
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Beiträge: 1487
Wohnort: Marchtrenk, OÖ
Hallo!

Nachdem da einige Foris hoffnungslos unheilbar Steinchen verfallen sind, die
Regenbögen in ihrem Inneren beherbergen, versuche ich einmal, dieses Phänomen
zu erklären.
Dazu muss ich mein peinlicherweise komplett verstaubtes Schulwissen hervorkramen, aber
in den wenigen wachen Momenten meiner Schulzeit ist ja doch ein wenig hängengeblieben :mrgreen:

Diese Regenbögen haben mit dem Stein an sich nichts zu tun, sie sind nur ein optischer Effekt,
also ist die Physik zuständig (du meine Güte, was habe ich mir da wieder angefangen!! :grausig: )

Sicher habt ihr schon beobachtet, dass zB Bergkristall, der in die Sonne gestellt wird, zum Teil
Regenbögen wegstrahlt, genau so wie ein Brillant, ein Swarovsky-Kristall und so.

Hier wird das eintreffende weiße Licht beim Eintritt in seine Spektralfarben zerlegt und an geeigneter Stelle
tritt der Regenbogen wieder aus dem Objekt - vorausgesetzt, das Objekt ist glasklar, rein und hat glatte
Flächen. Sonst wird das Licht nur zerstreut und bleibt weiß!

Hier mal ein Versuch einer Zeichnung:

Bild

Bei den so beliebten Regenbögen IM Kristall geht das etwas anders.
Voraussetzung dafür sind Spannungsrisse im Kristall oder eine Wachstumsnaht von zwei aneinanderliegenden Kristallen.
Diese Spalten dürfen nur wenige tausendstel Millimeter(!) "dick" sein, sonst funzt das ganze nicht!

Tritt ein Lichtstrahl in diesen Spalt ein, dann wird er zum Teil wieder und wieder reflektiert (= Totalreflexion).
(Das ist aber nur in einem bestimmten Einfallswinkel möglich, deswegen ist ein Rebo auch nur bei bestimmten
Blickwinkel sichtbar!)
Dabei wird das Licht in die Spektralfarben zerlegt, so entsteht ein Regenbogen.
Da das Licht aber IM Spalt verbleibt ist der Regenbogen nur IM Stein sichtbar!

Bild

Wenn der Winkel nicht passt oder der Spalt zu dick ist, kommt es zu keiner Lichtbrechung und damit auch
zu keinem Regenbogen!! :wink:

Soweit einmal ein hoffentlich verständlicher Versuch, den Rebo zu erklären!!


:winke: Klemens


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 16:07 
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Beiträge: 1374
Hey Klemens,

suuper dass du dir die Mühe gemacht hast,dieses Phenomen zu erklären,finde ich klasse,Danke. :super: :merci:

lg gwindl

_________________
lg gwindl


Das Einzige Wahre,...........natürliche Kristalle.


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 16:17 
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Beiträge: 11494
Hallo Klemens,

:danke2: für diese tolle Erklärung,
hast Dir ja richtig Mühe gemacht mit den Zeichnungen. :super:

Aber ich hätte noch eine vielleicht ungewöhnliche Frage dazu.

Ich habe einen Rauchquarz-trommler gebohrt,
der einmal ganz viele Regenbögen hatte.
Ich habe ihn oft und gerne getragen,
aber auf einmal habe ich bemerkt,
daß die Regenbögen verschwunden waren.
Sie sind bis heute nicht wieder aufgetaucht.
Weißt Du woher das kommen kann ?

_________________
Liebe Grüße Sunny Bild

Wenn du nicht bekommst, was du willst,
dann denk daran, das es manchmal dein Glück sein kann.
(Dalai Lama)


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 16:38 
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*ehemaliges Mitglied*

Registriert: Fr 6. Apr 2007, 20:09
Beiträge: 3719
Hallo Klemens,

der Beitrag gehört ganz oben angepinnt! Danke für deine Mühe und die wirklich verständliche Erklärung.

Liebe Grüße
Realgar

_________________
Die Steine waren schon da, als es uns noch nicht gab,
sie werden immer noch sein, auch wenn es uns nicht mehr gibt!


Bin Mitglied im "Steinheilkunde e.V."


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 16:45 
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Fensterkristall
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Beiträge: 3455
Wohnort: Raum MKK/Hessen
Hallo Klemens,

vielen herzlichen Dank für die verständliche Erklärung Bild

Wäre ich eine Lehrerin und Du hättest es als Klausur geschrieben, würde ich Dir die Note 1+ mit Sternchen geben Bild

_________________
Liebe Grüße
Gitte Bild
---------------------
Die Größe einer Nation lässt sich daran ermessen, wie sie ihre Tiere behandelt.
(Mahatma Gandhi, 1869-1948)


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 19:06 
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Lapislazuli
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Registriert: Di 26. Sep 2006, 14:45
Beiträge: 724
Wohnort: NRW -Provinznest-
Sunny hat geschrieben:
Ich habe einen Rauchquarz-trommler gebohrt,
der einmal ganz viele Regenbögen hatte.
Ich habe ihn oft und gerne getragen,
aber auf einmal habe ich bemerkt,
daß die Regenbögen verschwunden waren.
Sie sind bis heute nicht wieder aufgetaucht.
Weißt Du woher das kommen kann ?


Könnte es sein, daß es da um das gleiche Phänomen geht, wie bei den
gecrashten Bergkristallen?
Durch das Tragen heilen sie und die Risse/Rebö verschwinden ...*überleg* :kratz:

_________________
liebe Grüße
Moki
Bild
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Der Glaube an Vorurteile gilt in der Welt
als gesunder Menschenverstand.
(Helvétius)


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 19:26 
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Registriert: Di 19. Sep 2006, 07:09
Beiträge: 10482
Wohnort: Graz
Hallo Klemens!

Herzlichen Dank! Vor allem so gut verständlich.

Das die Bruchstellen verantwortlich sind war mir sogar schon klar, aber nicht so genau.

_________________
Liebe Grüße
Bine
---------------------------
Inyan Winyan
Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 21:24 
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Granat
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Registriert: Fr 17. Apr 2009, 23:18
Beiträge: 35
Hallo Sunny und Moki,
die Regenbögen verschwinden, wenn die Risse/ Spaltbildung im Stein gefüllt wird. Hautfett, Wasser, Wachs usw. verhindert, dass der Lichtstrahl reflektiert wird. Der Regenbogen ist weg, der Stein erscheint "geheilt". Wobei der Riss ja noch da ist! So heilen die Steine nicht!. Wenn Du so einen Stein ordentlich in Seifenwasser ausgiebig reinigst und in der Sonne trocknest, kann es sein, dass die Regenbögen wieder zu sehen sind.
Herzliche Grüße von
Silberauge

PS @ Klemens:
Sind so auch die Regenbogenfarben des Labradorits/ Spektroliths, des Regenbogenobsidians und des Opals zu erklären?
HG Silberauge


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 22:28 
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Registriert: Sa 7. Okt 2006, 06:38
Beiträge: 6254
Hallo Klemens,

:merci: für die tolle Erklärung :super:

Lieben Gruss


Sterni


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Mi 22. Apr 2009, 22:44 
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Fensterkristall
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Beiträge: 3790
Wohnort: Oberbayern
Lieber Klemens,

danke für diese Erklärung. Grobtechnisch wußte ich das auch, aber wie das innerhalb dieses winzigen Spaltrisses abläuft, nicht. Jetzt ist's klar! :bussi:

Liebe Grüße
Thuja

_________________
Die wahren Optimisten sind nicht davon überzeugt, dass alles gutgehen wird.
Aber sie sind überzeugt, dass nicht alles schiefgehen wird!
(Jean Dutourd)


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Do 23. Apr 2009, 08:54 
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Registriert: Sa 30. Sep 2006, 18:42
Beiträge: 11494
Hallo Silberauge,
da werde ich Deinen Tipp extra nochmal testen.
Den Stein habe ich zwar gründlich abgewaschen,
aber nur mit Wasser ohne Seife/Spüli.
Da er von außen glatt poliert ist,
kann ja nur sein,daß ganz feine Risse da sind,
wo dann Wachs,Creme,Hautfett oder was weiß ich
in den Stein *gewandert* sind.
Einen Versuch ist es allemal wert .
Ich trage den Stein auch ohne Regenbögen gerne,
aber würde mich freuen,wenn sie wieder da sind.
Am Wochenende soll ja die Sonne wieder scheinen,
da werde ich es mal versuchen.
:danke2:

_________________
Liebe Grüße Sunny Bild

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(Dalai Lama)


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Do 23. Apr 2009, 15:52 
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Registriert: Mi 24. Sep 2008, 10:18
Beiträge: 1487
Wohnort: Marchtrenk, OÖ
silberauge hat geschrieben:

PS @ Klemens:
Sind so auch die Regenbogenfarben des Labradorits/ Spektroliths, des Regenbogenobsidians und des Opals zu erklären?
HG Silberauge


Hallo Silberauge!

Beim Labradorit funzt es genauso. Der besteht aus zwei verschiedenen Feldspatsorten, die in sehr dünnen Lagen
abwechselnd aneinanderliegen.
Der Regenbogenobsidian hat lagenweise winzigste Wassertropfen eingeschlossen, das ist dann die selbe Ursache wie beim
Regenbogen am Himmel!
Der Opal ist wegen seiner Struktur ein Fall für sich.
Da hatte ich sowieso vor, in einem eigenen Thread den Unterschied zwischen Opal und Edelopal zu erklären.
Kommt demnächst!

:winke: Klemens


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Do 23. Apr 2009, 18:20 
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Morganit
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Registriert: Fr 26. Sep 2008, 04:49
Beiträge: 357
danke für die infos klemens! sehr interessant :bussi:

_________________
liebe grüsse
nera


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Do 23. Apr 2009, 18:53 
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Fensterkristall
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Registriert: So 24. Sep 2006, 21:29
Beiträge: 3790
Wohnort: Oberbayern
Danke, lieber Klemens!

Und beim Gold- und Silberobsidian, wie funktioniert das da???

Liebe Grüße
Thuja

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(Jean Dutourd)


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 Betreff des Beitrags: Re: Regenbögen in Kristallen
BeitragVerfasst: Do 23. Apr 2009, 19:22 
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*ehemaliges Mitglied*

Registriert: Fr 6. Apr 2007, 20:09
Beiträge: 3719
Bei vielen Steinen sind feinste Rutilfasern drinnen. Auch bei deinem Obsidian. Und da enstehen die schönsten Regenbögen.

Liebe Grüße
Realgar

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