Hier ein paar Erklärungen zu den Lichteffekten in den Steinen :
Quelle: http://www.epigem.de/index.php/themen/d ... milie.html Adularisieren (Mondsteine)
Der Natrium-Feldspat Albit kann sowohl mit Kalifeldspat (mit den 3 Modifikationen Sanidin, Mikroklin und Orthoklas),
als auch mit dem Calcium-Feldspat Anorthit Mischkristalle bilden.
Bei Temperaturen über 600°C sind alle Mischungsverhältnisse möglich,
deshalb spricht man hier von einer kontinuierlichen Mischkristallreihe zwischen Albit und Kalifeldspat (Sammelname: Alkalifeldspäte),
sowie zwischen Albit und Anorthit (Sammelname: Plagioklase).
Bei sinkender Temperatur nimmt diese Fähigkeit Mischkristalle zu bilden stark ab.
Es entstehen immer größer werdende Bereiche, in denen die Feldspäte nicht mehr mischbar sind (sogenannte Mischungslücken).
Fällt die chemische Zusammensetzung eines bei hohen Temperaturen entstandenen Mischkristalls bei sinkenden Temperaturen
in den Bereich einer Mischungslücke, so beginnt er sich zu entmischen.
Es entstehen spezielle räumliche Strukturen in Form kleiner paralleler Spindeln oder Lamellen, an denen sich das Licht bricht.
Haben die spindelförmigen Strukturen die richtige Größe, so streuen sie das Licht als diffusen Lichtschein zurück.
Dieser als Adularisieren bezeichnete Effekt macht aus einem gewöhnlichen Feldspat einen Mondstein.
Größere Spindeln erzeugen einen weißen Lichtschimmer, kleinere den begehrten Blauen.
Mondsteine mit blauem Lichtstreifen werden höher bewertet, als solche mit weißem, Steine mit dunkler Körperfarbe höher als helle.
Der Lichtschein tritt vor allem bei Kalifeldspäten auf, ist aber auch bei Plagioklasen bekannt.
Mondstein wird durch synthetischen Spinell, gebrannten Amethyst oder bläulich schimmerndes Kunstglas imitiert.
Labradorisieren (Labradorite)
Wird das Licht nicht an spindelförmigen, sondern an lamellenartigen Entmischungskörpern gebrochen,
so entsteht ein buntes Farbenspiel, das Labradorisieren. Es wird oft mit dem Adularisieren verwechselt.
Häufig wird z. B. weißer, durchsichtiger Labradorit-Feldspat mit bläulichem und gelblichem Farbenspiel als (Regenbogen-) Mondstein angeboten.
Bei genauem Betrachten des Steines sind die Unterschiede aber auch für den Laien gut erkennbar.
Der Schimmer eines Mondsteins besteht immer nur aus einer einzigen Farbe.
Bei rundlich geschliffenen Steinen tritt er als seidig glänzender Streifen auf, niemals als bunt schillernde Fläche.
Ein farbloser Labradorit, der durch nadelige Einschlüsse fast schwarz wirkt,
wird als “schwarzer Mondstein” oder “Mondstein-Katzenauge” angeboten.
Bei rundlich geschliffenen Steinen zeigt sich zwar ein blauer Lichtstreifen, der jedoch nicht durch Adularisieren entsteht,
sondern durch Chatoyance.
Chatoyance (Katzenaugen-Effekt) hat seine Ursache in feinfaserigen gleichgerichteten Mineraleinschlüssen (z.B. Quarz-Katzenauge)
oder dünnen, parallelen Hohlkanälen (z. B. Turmalin-Katzenauge) an denen das Licht reflektiert wird.
Deshalb ist die Bezeichnung Mondstein hier nicht angebracht. Tatsächlich handelt es sich nämlich um Labradorit-Katzenaugen.
Aventurisieren (Aventurin-Feldspäte, Sonnenstein)
Der als Aventurisieren bekannte Glitzereffekt wurde bisher nur bei Oligoklas und Labradorit gefunden.
Als Imitation dient ein Kunstglas, das winzige Kupferpartikel enthält, die das Glitzern der Hämatit Einschlüsse nachahmen sollen.
Dieses Glas wird Goldfluss, Goldstein oder Aventuringlas genannt.
Unter diesen Namen wird es fälschlicherweise mitunter auch als echter Stein angeboten.
