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Hallo Ihr Lieben,
das Thema hatten wir ja nun auch schon einige Male. Daher hier was im Newsletter von Michael Gienger dazu steht.Howlith und Magnesit
Die folgende Info ist zwar nicht neu, aber da ich in jüngerer Zeit
wieder sehr häufig danach gefragt werde, möchte ich an dieser Stelle
die Problematik "Howlith und Magnesit" noch einmal erläutern. Diese
Steine sind zwar ähnlich, aber nicht verwandt! Doch vorneweg zu den
aktuellen Anfragen:
Howlith und Magnesit sind in allen meinen Büchern richtig abgebildet!
So findet sich der "Magnesit" u.a. in folgenden Büchern: Die
Steinheilkunde Seite 315; Lexikon der Heilsteine Seite 294; Die
Heilsteine Hausapotheke Seite 305; Heilsteine - 430 Steine von A-Z
Seite 55-56 und Edelstein-Massagen Seite 40, 63, 65, 90 und 147.
"Howlith" findet sich dagegen nur im Lexikon der Heilsteine Seite 268
und Heilsteine - 430 Steine von A-Z Seite 47.
Wie Sie an den Fotos in den Büchern sehen können, sind sich die
beiden Steine zum Verwechseln ähnlich und leider werden sie im Handel
auch ganz oft verwechselt! Der Hintergrund ist der: Es gibt zwei
verbreitete Modifikationen des Magnesits: Zum einen den Magnesit, der
in kleinen Knollen in Sedimentgesteinen entsteht (und dann wie ein
durchgekauter Kaugummi aussieht), zum anderen jenen, der (ähnlich wie
Kalkstein) gesteinsbildend auftritt und mitunter weiß-grau marmoriert
ist. Letzterer kommt aus Simbabwe.
Dieser Simbabwe-Magnesit mit seinen grauen Bändern sieht dem Howlith
aus der Mohave-Wüste in Kalifornien täuschend ähnlich. So ähnlich,
daß er optisch tatsächlich nicht zu unterscheiden ist! Nur die
chemische Untersuchung pulverisierter Proben in erwärmter Salzsäure
gibt zuverlässige Auskunft (Magnesit erzeugt
Kohlendioxid-Gasbläschen, Howlith verwandelt sich in eine geleeartige
Masse). Theoretisch könnte man die Steine auch anhand der Dichte
unterscheiden (Magnesit 3,0 - 3,12; Howlith 2,45 - 2,54), aber
Hohlräume in den Knollen bzw. Gesteinen machen das praktisch oft
unmöglich.
Das Howlith-Vorkommen in der Mohave-Wüste war das einzige Vorkommen
dieses Minerals mit lohnenswerter wirtschaftlicher Ausbeutung. Doch
dieses Vorkommen ist seit über 20 Jahren erschöpft! Aus diesem Grund
hat die südafrikanische Firma "Topstones" (Simonstown, Kapstadt)
damals den Magnesit aus Simbabwe als "howlite-similar Magnesite"
("howlith-ähnlicher Magnesit") in den Handel gebracht. Diese
Bezeichnung war zwar durchaus korrekt, aber für viele Händler
offenbar zu umständlich. Und schon wurde der "howlite-similar
Magnesite" (der heute noch so in den Listen von Topstones steht) im
Handel zu "Howlith".
Mit weitreichenden Folgen: Praktisch alle Ketten, Schmucksteine,
Trommelsteine, Kugeln, Massagesteine etc., die in den letzten 20
Jahren zigtonnenweise als "Howlith" verkauft wurden, sind in
Wirklichkeit Magnesit! Echten Howlith gibt es dagegen nur noch sehr
selten und nur noch aus alten Beständen!
Doch manche Händler halten sehr hartnäckig an der irreführenden
Fehlbezeichnung "Howlith" für den Magnesit aus Simbabwe fest. Schon
vor 18 Jahren habe ich viele Großhändler darauf hingewiesen (und
manche Wette nach gemmologischen Überprüfungen gewonnen). Seit 11
Jahren publiziere ich diese Verwechslung (u.a. im "Lexikon der
Heilsteine"). Ausnahmslos alle Nachuntersuchungen, die durchgeführt
wurden, haben mir recht gegeben!
Kurz gefaßt: Sowohl die kaugummiähnlichen Knollen, als auch 99,9% der
weiß-grau marmorierten Steine, die unter der Bezeichnung "Howlith" im
Handel sind, sind Magnesit! Da sich Magnesit ebensogut färben läßt,
wie Howlith, sind auch viele Türkis-Imitationen heute aus Magnesit.
Der echte Howlith ist inzwischen eine Rarität und wird deshalb
massenhaft durch den identisch aussehenden Simbabwe-Magnesit
imitiert. In meinen Büchern haben wir jedoch immer den echten Howlith
und den echten Magnesit in den jeweiligen Kapiteln abgebildet. Die
Steine wurden vor dem Fotografieren gemmologisch geprüft.
Lieben Gruss
Sterni
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