Dies soll keine Abhandlung sein, jedoch vielleicht für einige eine kleine Hilfe.
Steinefotos sind eigentlich recht schwierig herzustellen. Einmal mangels guter Technik (die sauteuer werden kann), andererseits hat man ja zu Hause kein Fotolabor. Es gibt aber Kompromißlösungen.
Kamera
Es muß nicht die "100-MPixel-Kamera" sein. Ich benutze eine Kamera mit 2,6 MPixel. Allerdings ist dies eine Spiegelreflexkamera. Ich möchte den Typ Spiegelreflexkamera unbedingt empfehlen. Sowas wird bei EBay schon ab 150 € angeboten (manchmal auch schon preiswerter). Nicht die Pixel sind entscheidend, sondern die Qualität der Optik. Eine Makrofunktion sollte die Kamera haben ("Blümchenstellung"), aber das ist nicht zwingend notwendig. Auch eine Handykamera ab 1 MPixel ist gut geeignet, vorausgesetzt man hat ein ruhiges Händchen. Ein Stativ macht sich gut, das Zittern der Hände wird so eleminiert, außerdem hat man die Hände frei für den Stein. Einige Kameras haben eine Funktion die ein Verwackeln der Bilder unterbindet (sogenannter Bildstabilisator), eine Funktion die man nutzen sollte. Wenn man sich nun für eine Kamera entscheidet, bitte aufpassen das Vorsatzlinsen und -filter angeschraubt werden können.
Licht
Es sollte bei gutem Licht fotografiert werden. Bestens bewährt hat sich das Licht von Leuchtstoffröhren, solche die in Glühlampenfassungen geschraubt werden können. Die leichte Farbveränderung lässt sich mit Bildbearbeitungsprogrammen leicht wegfiltern. Halogenlicht ist ziemlich punktförmig, das eignet sich zwar gut, aber es bedarf einer gewissen Übung beim Fotografieren. Für ansehnliche Steine ist Sonnenlicht immer noch das Beste, aber bei Detailaufnahmen ist die Sonne zu hell. Es entstehen Schlagschatten oder zu starke Reflexionen. Ein wenig spielen mit dem Licht hilft, mal die Lampenstellung verändern, mal den Stein drehen. Ganz einfache Glühlampen sind meist zu lichtschwach.
Auch die altbewährte (weiße) Leinwand als Sonnenabschattung oder als Reflektiionsfläche sollte nicht vergessen werden (notfalls ein Bettlaken).
Hintergrund
Eben je nach Stein. Dunkler Stein, heller Hintergrund. Heller Stein, dunkler Hintergrund. Sehr strukturierter oder farbiger Hintergrund ist wenig geeignet, es sei denn man möchte besondere Effekte erzielen. Gut macht sich Sand, auch farbiger Sand, Pflanzen oder farbige, wenig strukturierte Stoffe. Der Stein soll wirken, der Hintergrund zurücktreten oder eben zum Gesamtkonzept passen.
Zubehör
Zur Technik gehört eine vernünftige Datenübertragung zum PC, also per Datenkarte oder per USB-Kabel. An der Kamera kann man Makrolinsen anschrauben oder Filter vorsetzen. Bei einer "Knipse" oder dem Handy geht das natürlich nicht. Ebenso kann man mittels Scanner die Steine einscannen, was aber eine Tiefenschärfe von 1 bis 2 cm bedeutet. Dann ist Schluß. Bildbearbeitungprogramme gibt es sehr viele. Gute und schlechte Programme, kleine Hilfen und riesig aufgeblähte Alleskönner. Ich benutze Irfan-View (
http://www.irfanview.de), das Programm ist in Deutsch, sehr klein und schnell, verzichtet auf "Supereffekte", ist kinderleicht zu bedienen. Hat aber trotzdem einen umfassenden Funktionsumfang, schon fast mehr als man braucht.
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Beispiel
Zuerst soll eine Handstufe fotografiert werden. Sonnenlicht ist wie immer nicht verfügbar. Eben ein grauer Regentag, an dem man sich mit seinen Steinen beschäftigen möchte. Hier mal ein Aufbau:
Als Lampe dient diesmal eine Reflektorlampe. Der Stein kommt in ein "Sandbad" als Hintergrund. Die Lampe wird so angeordnet das sie hinter dem Objektiv ist, aber möglichst nah am Stein. Hier kommt eine Besonderheit der Spiegelreflexkamera zum Tragen. Die Beleuchtungsmessung erfolgt
im Objektiv. Bei anderen Kameratypen ist der Sensor meist vorn am Gehäuse. Daher muß bei diesen Kameras die Lichtquelle
hinter der Kamera sein, sonst wird der Stein dann viel zu dunkel abgebildet (der Licht-Sensor nimmt dann die Lampe als Orientierung, nicht das zu fotografierende Objekt). Die Einstellung der Schärfe ist Übungssache. Viele Kameras haben einen kleinen Monitor, da ist das recht schwierig (hier ist das Bild schon durch die Elektronik bearbeitet). Bei der Spiegelreflex ist im Sucher das Bild exakt vom Chip zu sehen, die Einstellung wird einfacher. Auf Blitzlicht sollte gänzlich verzichtet werden, lieber das zu dunkle Bild im Rechner nachbearbeiten.
Nun kann das Foto in den Rechner geladen werden. Im Bildbearbeitungsprogramm wird dann der Bildausschnitt gewählt, das Bild freigestellt (der Rand abgeschnitten) und dann auf die richtige Bildgröße gebracht (ich nehme 600 Pixel Bildbreite). Natürlich ist diese Bildbreite nur sinnvoll, wenn das Original größer ist, denn sonst wird das Bild schnell pixelig. Hier der erste Schritt:
Gespeichert wird im JPG-Format. Hier kann man die Kompressionsrate bei fast allen Programmen einstellen vor dem Speichern. Sie sollte so gewählt werden, das die Bildverschlechterung gerade nicht sichtbar ist (sonst werden es wieder pixelige Bilder). Im zweiten Schritt spielt man mit den Farben, damit der Stein originalgetreu aussieht. Dies ist der schwierigste Teil. Jeder Monitor zeigt andere Farben beim gleichen Bild. Auch hier muß man üben. Beim Verändern der Farben (auch Kontrast, Gammawerte, Helligkeit...) bitte sehr vorsichtig sein, ganz schnell sieht das Bild verfälscht aus. Zum Speichern immer einen anderen Dateinamen wählen, nie das Original überschreiben (also immer "speichern unter..."). Jedes Programm hat eine Vorschaufunktion, diese bitte auch nutzen. Einen Wert verändern - Vorschau - ok. Nächsten Wert ändern - Vorschau - ok. Und so weiter. Nun kann das so aussehen:
Ich habe den Kontrast verstärkt, Rotanteile reduziert, die Helligkeit angehoben und das Bild ein wenig geschärft. Ich habe bewußt dabei etwas übertrieben.
Liebe Grüße
Realgar