Vorab: Es ist für mich nur sehr wichtig auch hin und wieder mal Alles in Frage zu stellen. Nicht alles, was in einem Moment gut ist, ist es auch zu einem Späteren.
Sterni hat geschrieben:
Ich glaube, Steine helfen uns nur auf dem Weg dorthin, wo wir sowieso hingehen. Vielleicht nur ohne die Hife etwas holpriger und vielleicht langsamer? Also wäre es dann, dass wir Fahrrad fahren statt zu Fuss zu gehen?
Wer weiß das schon? Ok, ich kann auf jeden Fall nachvollziehen, was du meinst aber trotzdem kann man mir auch nicht beweisen, dass ich langsamer gewesen wäre. Vielleicht ist es einfach EIN Weg von Vielen.
Sterni hat geschrieben:
Als ich als Kaffeejunky käme nie im Leben ohne Kaffee aus. Das könnte ein Steinchen nicht kompensieren. Aber andersherum - Tun wir unserem Körper nicht was Gutes, wenn wir statt Kaffee (Koffein in rauhen Mengen) lieber einen Stein bei uns tragen? (Was ich allerdings nicht tu.)
Vielleicht treibt man dann auch den Teufel mit dem Belzebub aus. Ich möchte Steine nicht verteufeln aber im Grunde ist es genau das Selbe wie mit dem Kaffee. Du sagst, du kämst nicht ohne Kaffee klar und bist deshalb klar abhängig. Ich sage: Ich komme nicht ohne Stein aus - also bin ich genauso abhängig.
Sterni hat geschrieben:
Es ist immer so schwer, pauschal was zu sagen. Es ist ja immer der individuelle Fall anzugucken. Aber ich z. B. hatte mal vorrübergehend einen Chef, der mich echt nur "angemosert" hat. Nachdem ich mir eine Achathälfte aufgestellt hatte, blieb er mir weitestgehend fern. Klar, habe ich so einfach vermieden, dass er mosern kann - aber anders hätte ich die Situation nicht geändert bekommen. Und eigentlich habe ich doch dem Cheffe damit auch was Gutes getan und seine Nerven mit geschont, oder?
Da liegt aber meiner Meinung nach genau der Haken. Du hattest einen Chef der dich dauernd angemosert hat und du hättest vielleicht lernen sollen, dich dagegen aktiv zu wehren, also auch mal ordentlich Widerworte zu geben. Statt dessen trägst du einen Stein und hältst das Problem auf Abstand, weil deine Angst den Job zu verlieren größer ist als deine Courage. Deinem Chef hast du damit genauso wenig geholfen wie dir, denn dein Chef hat nicht lernen können, dass er nicht größer oder mächtiger ist als du, bloß weil er Chef ist. Er sucht sich dann einfach das nächste Opfer.
Ich denke du verstehst was ich meine aber hier zeigt sich doch der Zwiespalt. Was meinst du dazu??
Sterni hat geschrieben:
Kannst Du dazu mal ein (fiktives) Beispiel nennen? Und die andere Frage dahinter ist - nutzen wir nicht auch viel Steine, um das unterbewusst zu tun, nämlich uns damit auseinanderzusetzen. Schon dadurch, dass wir es beim Namen nennen, wenn wir ein Stein dafür suchen? Und mit ein wenig Abstand - nämlich, wenn es nicht mehr so direkt da ist, können wir auch - viell auch unbewusst - den Fokus viel eher auf das Verarbeiten lenken. (Oder auf das "damit umgehen".)
Weiß nicht, da dürftest du Recht haben. Ich will auch garnicht abstreiten, dass ich mich sehr zum besseren verändert habe durch die Steine. Ja, man wird definitiv aufmerksamer, was die kleinen Wehwehchen angeht und, klar, man lernt sich aktiver damit zu befassen. Worauf ich hinaus wollte, sind die vielen seltsamen Bezeichnungen in Büchern, wo davon die Rede ist, dass einem negative Energien genommen werden, so zum Beispiel beim schwarzen Obsidian und ich selbst habe am Anfang meiner "Steinzeit" auch viele Steine gekauft, um mich von belastenden Erinnerungen zu befreien, was natürlich nie geklappt hat.
Sterni hat geschrieben:
Ich denke, das ist typbedingt bestimmt auch durchaus mal so. Aber generell denke ich, wir Steineverrückten setzen uns vielleicht sogar manchmal etwas mehr mit Dingen auseinander - gerade, wenn wir gezielt nach einem Steinchen suchen oder den einen gegen den anderen Austauschen, weil er nicht die gewünschte Wirkung erzielt hat. Vielleicht nicht so bewusst - aber das Unterbewusstsein weiss schon, was es tut oder?
Hmm, ja, wir setzen uns definitiv mehr damit auseinander aber es ist doch ein schmaler Grat auf dem wir wandern, denn es passiert schnell, dass man anfängt, sich mit den Krankheiten und Leiden zu identifizieren. Wenn ich mir den Großteil aller Menschen ansehe, so haben sie ein gesundes Bewusstsein und müssen nicht mit Steinchen hantieren. Ist es überhaupt sinnvoll, sich dermaßen mit den inneren Vorgängen zu beschäftigen oder hindert es uns nicht manchmal sogar dabei, einfach nur zu leben?
Fragen über Fragen...
Ich hoffe es kommt noch ein bisschen was hier zusammen und, Sterni, tschuldige, dass ich dir ein Beispiel vorerst schuldig bleibe.
Und, sunny, ich muss gleich wieder zur Arbeit. Ich schreib später noch was dazu. Sind auf jeden Fall interessante Einsichten.
lg - Raphael